Das umstrittene LNG-Terminal auf Rügen kann weiterhin nicht im Regelbetrieb arbeiten. Die Deutsche Umwelthilfe bezeichnet das Projekt als teure Investitionsruine, da die Gasspeicher in Deutschland voll sind und eine Mangellage nie eintrat.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) will erneut bei Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nachfragen, ob die Bundesregierung weiterhin eine Gasmangellage befürchtet. Die Landesregierung hatte sich nach Protesten gegen das Projekt ausgesprochen, war aber an Vorgaben aus Berlin gebunden.
Der Bund hatte den Aufbau der LNG-Importinfrastruktur nach dem russischen Angriff auf die Ukraine forciert, um unabhängig von russischen Gaslieferungen zu werden. In Mukran liegen zwei Spezialschiffe, die LNG in Gas umwandeln und über eine Pipeline nach Lubmin leiten. Die Kapazität beträgt 13,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr, die Investitionskosten rund 200 Millionen Euro.
Die Genehmigung für den Dauerbetrieb wurde im April erteilt, der Regelbetrieb wurde für Mai angekündigt, fand aber nicht statt. Betreiber Regas nannte noch nicht abgeschlossene Abstimmungsmaßnahmen als Grund. Die Deutsche Umwelthilfe bemängelt fehlende Buchungen für das Terminal und eine verschobene Auktion zur Kapazitätsvergabe.



