Strafbefehl gegen Ex-Linken-Politiker aus Thüringen wegen Kinderpornografie
Strafbefehl gegen Ex-Linken-Politiker aus Thüringen wegen Kinderpornografie

Ein ehemaliger Landtagsabgeordneter der Thüringer Linken steht im Verdacht, kinder- und jugendpornografische Dateien besessen zu haben. Die Staatsanwaltschaft Gera beantragte Anfang des Jahres einen Strafbefehl über neun Monate Haft auf Bewährung gegen den 39-Jährigen. Die Thüringer Linke bestätigte den Vorgang dem SPIEGEL.

Ermittler sollen mehr als 3900 Dateien bei Markus G. entdeckt haben. Der Besitz solcher Darstellungen kann mit Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren bestraft werden. Zuständig für den Strafbefehl ist das Amtsgericht Stadtroda. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Ein Sprecher der Thüringer Linken erklärte, man warte das Verfahren ab und behalte sich ein Parteiausschussverfahren vor. Der Beschuldigte übe derzeit keine Funktion in der Partei aus, ein Kommunalmandat lasse er ruhen. Bei Sitzungen sei G. nicht anwesend.

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Laut Medienberichten soll sich G. die Bilder und Videos im Darknet besorgt haben. Ermittler kamen ihm nach der Sprengung eines Kindesmissbrauchsrings auf die Spur. Zuvor war die Immunität des Abgeordneten durch den Justizausschuss des Thüringer Landtags aufgehoben worden.

Die Vorwürfe wurden erstmals im August 2024 bekannt. Nur drei Monate zuvor war G. in den Kreistag des Saale-Holzland-Kreises gewählt worden. Dieses Kommunalamt ruht seither, sein Mandat hat er jedoch weiter inne. Trotz der Vorwürfe stand er auf der Landesliste für die Landtagswahl im September, was die Linke mit Zeitmangel begründete. G. verpasste jedoch den Einzug in den Landtag.

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