In Berlin-Köpenick hat ein unbekannter Täter am Mittwochabend mehrere Schüsse auf eine Wohnungstür abgegeben und eine handgeschriebene Drohung hinterlassen. Die Polizei wurde gegen 21:40 Uhr alarmiert, nachdem Anwohner Schüsse im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses an der Grünauer Straße gehört hatten.
Der Schütze zielte mehrfach auf eine Tür im zweiten Stock. Ermittler fanden drei Projektile am Tatort. Der Täter flüchtete vor Eintreffen der Beamten. Neben den Einschusslöchern hinterließ er einen Zettel mit den Worten „Plata o Plomo“ – eine Anspielung auf den kolumbianischen Drogenboss Pablo Escobar, der mit dieser Phrase „Silber oder Blei“ drohte.
Glücklicherweise wurde niemand verletzt, denn die beschossene Wohnung steht leer. Ein junges Paar, das dort mit Kleinkind lebte, war vor Monaten nach Brandenburg gezogen. Der Schütze hatte offenbar die falsche Tür erwischt.
Laut Zeugenaussagen zielten die Schüsse eigentlich auf einen Mieter im ersten Stock, der mit seiner Freundin wohnt. Er war zum Tatzeitpunkt nicht zu Hause und auch am Donnerstag nicht erreichbar. Kurz vor der Tat hatte ein junger Mann mit Kapuze bei mehreren Bewohnern geklingelt, um ins Haus zu gelangen. Eine Bewohnerin verweigerte ihm den Zutritt, doch aus unbekannten Gründen gelangte er dennoch hinein.
Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen. Der Fall wird von der Besonderen Aufbauorganisation „Ferrum“ bearbeitet, die im November nach einer Serie von Schusswaffenangriffen und Bedrohungen gegründet wurde, um die eskalierende Schusswaffengewalt und organisierte Kriminalität zu bekämpfen.



