AfD-Basis rebelliert gegen Vorstand: "Wir brauchen keine Demo-Gestapo"
AfD-Basis rebelliert gegen Vorstand: "Wir brauchen keine Demo-Gestapo"

In der AfD brodelt es: Eine "dringende Empfehlung" des Bundesvorstands, nur an parteieigenen Kundgebungen teilzunehmen, stößt bei vielen Mitgliedern auf heftigen Widerstand. In internen WhatsApp-Gruppen wird die Führung scharf kritisiert, manche sprechen von einer "Demo-Gestapo". Die Empfehlung soll verhindern, dass AfD-Mitglieder auf Veranstaltungen radikaler Gruppen auftauchen, wie zuletzt in Chemnitz und Köthen.

Am Sonntag ist in Köthen eine Großdemo geplant, zu der Organisationen wie "Ein Prozent", "Pegida" und "Compact" aufrufen. Obwohl die AfD offiziell nicht als Veranstalter auftritt, organisieren AfD-Politiker wie der Landtagsabgeordnete Daniel Roi kräftig mit. Roi will selbst als Redner auftreten und rief in der WhatsApp-Gruppe des AfD-"Flügels" zur Teilnahme auf. Die Vorstandsempfehlung sei nur eine "generelle Empfehlung", die niemanden hindere.

Auch Christiane Christen, frühere Vizechefin der AfD in Rheinland-Pfalz, will trotz der Vorstandsmail in Köthen reden. Sie halte es für falsch, die "Bürgerbewegungen vor den Kopf zu stoßen". Die beteiligten Organisationen verdienten "vollstes Vertrauen". Die Parteispitze hatte eindringlich geraten, nur an eigenen Veranstaltungen teilzunehmen, um einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz zu entgehen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

In den WhatsApp-Gruppen der Partei ist die Stimmung aufgeheizt. Ein AfD-Kommunalpolitiker aus Hessen schrieb, hinter der Empfehlung stehe eine Strategie des "nicht ausreichend radikalen Bundesvorstands", um missliebige Mitglieder "rauszumobben". Viele in der Basis sehen die Teilnahme an den rechten Demos als wichtig an, um "den Protest auf die Straße zu bringen", wie Roi sagt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration