Das Land Brandenburg unterstützt den Bau der geplanten Poliklinik in Wittstock mit insgesamt 24 Millionen Euro. Die Stadt selbst wird einen Eigenanteil von rund drei Millionen Euro tragen, wie ein Sprecher des Brandenburger Gesundheitsministeriums mitteilte. Ziel ist es, die medizinische Versorgung in Wittstock langfristig zu sichern.
Das Krankenhaus in Wittstock soll Anfang 2027 aufgrund der Vorgaben der Krankenhausreform schließen, obwohl es nach Angaben des Betreibers wirtschaftlich gut läuft. Die Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Krankheiten des Magen-Darm-Trakts soll dann in die Klinik Pritzwalk (Prignitz) verlagert werden. Die Rettungswache bleibt erhalten und ist rund um die Uhr besetzt.
Die Bauarbeiten an der Poliklinik am neuen Standort in der alten Tuchfabrik sollen bis 2030 abgeschlossen sein. Das Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg wird die neue Poliklinik betreiben.
Gesundheitsministerin Britta Müller (parteilos) erklärte: „Wir halten Wort: Die Menschen in Wittstock werden weiterhin umfassend und sicher versorgt – besonders in Notfällen.“ Die Poliklinik sei ein entscheidender Schritt zu einer zukunftsfähigen und bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung, die als Zukunftsmodell für ländliche Regionen dienen könne. Bewerbungen für die offenen Arztsitze an der Poliklinik können nun eingereicht werden.
Nach Angaben der Ministerin schreiben etwa vier von fünf Krankenhäusern im Land rote Zahlen, teils im zweistelligen Millionenbereich. Die Situation der Krankenhäuser in Brandenburg könnte sich in diesem Jahr weiter verschärfen. Die Krankenhausreform des Bundes, die Anfang 2025 in Kraft trat, soll Kosten senken und die Qualität der Versorgung erhöhen, setzt die Kliniken jedoch unter finanziellen Druck.



