Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz fordern Gewerkschaften und Betriebsräte Konsequenzen. Der Betriebsratschef im DB-Regionalverkehr, Ralf Damde, spricht sich für Bodycams mit Tonfunktion aus. „Wir brauchen eine Bodycam, die auch Tonaufzeichnungen wiedergibt und nicht nur das Filmmaterial“, sagte Damde dem Sender WDR5. Er halte es für nicht nachvollziehbar, dass der Datenschutz dem entgegenstehen solle.
Auch der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, Martin Burkert, unterstützt die Forderung. Zugbegleiter sollten zudem mit einem Notrufknopf an der Armbanduhr ausgestattet werden. „Das ist alles immer mit Kosten verbunden. Aber Sicherheit ist nicht verhandelbar“, sagte Burkert im Bayerischen Rundfunk.
Videoaufnahmen vom Angriff zeigten, dass der Zugbegleiter vorbildlich deeskaliert habe, so Damde. Es sei wichtig, zu hören, was gesprochen werde, um später besser beweisen zu können, wie sich solche Situationen steigerten. Dies wolle er mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) besprechen. Allerdings handelte es sich bei den Aufnahmen um Videomaterial aus dem Zug, nicht von einer Bodycam, stellte Damde klar.
Der 36-jährige Bahnmitarbeiter war bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress von einem Fahrgast mit Schlägen attackiert worden. Er verlor das Bewusstsein und starb später in einer Klinik. Der mutmaßliche Täter, ein 26-jähriger griechischer Fahrgast, sitzt in Untersuchungshaft. Das Motiv ist weiter unklar, der Verdächtige schweigt.
Eine EVG-Umfrage ergab, dass 82 Prozent der befragten Bahnmitarbeitenden bereits verbale oder körperliche Übergriffe erlebt haben. Laut Bundesinnenministerium gab es von Januar bis Oktober 2023 fast 3000 registrierte Straftaten gegen DB-Mitarbeiter, darunter 1231 Fälle von Körperverletzung. Die Gewerkschaft der Polizei fordert zudem mehr Sicherheitspersonal in Zügen.



