Ein Jahr vor der Landtagswahl im Saarland haben sich die regierende SPD und die oppositionelle CDU einen heftigen Schlagabtausch zur Wirtschaftslage geliefert. CDU-Fraktionschef Stephan Toscani warf der Landesregierung vor, das Saarland falle immer weiter zurück und drifte nach unten ab. Das Land befinde sich in einer strukturellen Krise, die Zahl der Arbeitsplätze gehe dramatisch zurück. Toscani bezeichnete das Saarland als Schlusslicht unter den Bundesländern und forderte einen grundlegenden Richtungswechsel in der Wirtschaftspolitik.
SPD-Abgeordneter Timo Ahr lobte hingegen die gute und professionelle Arbeit der Landesregierung unter Ministerpräsidentin Anke Rehlinger. Er warf der Opposition vor, immer neue Weltuntergangsszenarien zu entwerfen. Arbeitsminister Magnus Jung (SPD) sprach von einer tiefgreifenden Transformation, deren wesentliche Ursachen außerhalb des Landes lägen. Er warf Toscani wirtschaftspolitischen Minimalismus vor.
Das Landesparlament verabschiedete mit der absoluten Mehrheit der SPD eine Entschließung, die den Bau eines Werks des Pharmadienstleisters Vetter auf dem ehemaligen Ford-Gelände in Saarlouis begrüßt. Dort sollen mindestens 1.500 Arbeitsplätze entstehen. Die Regierungsfraktionen lobten die Regierung für die Unterstützung des Mittelstands. Ein CDU-Antrag, der die hohe Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent im Januar 2026 kritisierte, wurde abgelehnt.
Die Landtagswahl im Saarland findet im Frühjahr 2027 statt. AfD-Fraktionschef Josef Dörr warf beiden großen Parteien Wahlkampfreden vor und kritisierte, es gehe nur um die Frage, wer Ministerpräsident werde.



