Wildbienen in Deutschland: Über die Hälfte gefährdet
Wildbienen in Deutschland: Über die Hälfte gefährdet

In Deutschland gibt es rund 570 Bienenarten, darunter zahlreiche Wildbienen wie Sandbienen, Maskenbienen und Hummeln. Während die Honigbiene oft im Fokus des Artenschutzes steht, sind Wildbienen für die Bestäubung ebenso wichtig. Eine britische Studie zeigt, dass Honigbienen nur etwa ein Drittel der Bestäubungsleistung erbringen, der Rest entfällt auf Wildbienen und andere Bestäuber.

Wildbienen leben meist einzeln und bauen Nester aus Lehm, Harz oder Blättern. Sie graben Gänge in den Boden oder besiedeln verlassene Schneckenhäuser. Jede Art hat spezifische Nistplätze und Futterquellen. Hosenbienen etwa fliegen nur bestimmte Korbblütler an, während Hummeln Tomaten und Paprika bestäuben, indem sie mit einer bestimmten Frequenz an den Blüten rütteln.

Der Insektenschwund in Nordamerika und Westeuropa ist alarmierend. In Deutschland steht mehr als die Hälfte der Wildbienen auf der Roten Liste, 37 Arten gelten als verschollen oder ausgestorben. Wildbienenexperte Paul Westrich betont, dass selbst in Naturschutzgebieten viele Arten nicht mehr vorkommen. Bereits 1983 stellte er fest, dass die Artenzahl in einem Bachtal bei Stuttgart innerhalb von 50 Jahren um 65 Prozent zurückgegangen war.

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Der Rückgang begann bereits vor 100 Jahren und beschleunigte sich mit dem Einsatz von Herbiziden, Insektiziden und der Flurbereinigung seit den 1960er Jahren. Zwar profitierten Wildbienen lange von der Umgestaltung der Landschaft durch den Menschen, doch die Zerstörung natürlicher Lebensräume wie unregulierter Flüsse und Moore setzt ihnen heute stark zu.

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