Mehr als 140 Berliner U-Bahnhöfe sind bereits barrierefrei, doch der Einbau von Fahrstühlen an den verbleibenden Stationen gestaltet sich oft schwierig. Laut einer aktuellen Aufstellung der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sind 50 Behörden an den Planungen beteiligt, was die Verfahren verzögert. Dennoch gibt es nun konkrete Termine für mehrere U-Bahnhöfe, die zwischen 2026 und 2028 mit Aufzügen ausgestattet werden sollen.
Spandau: Alle U-Bahnhöfe erhalten Aufzüge
Besonders erfreulich ist die Entwicklung im Bezirk Spandau: Sämtliche U-Bahnhöfe sollen endlich barrierefrei werden – teilweise 50 Jahre nach ihrer Eröffnung. So ist es am U-Bahnhof Rohrdamm in Siemensstadt geplant, der bereits 1980 in Betrieb ging. Dieser Bahnhof gewinnt zunehmend an Bedeutung, da in unmittelbarer Nähe das neue Berliner Milliardenviertel von Siemens entsteht. Die Aufzüge am Rohrdamm sollen bis 2027 fertiggestellt sein.
Komplexe Planungen und viele Beteiligte
Der langsame Fortschritt liegt nach BVG-Angaben an der Vielzahl der beteiligten Stellen. „An einem einzigen Fahrstuhlprojekt können bis zu 50 Behörden und Institutionen beteiligt sein“, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Dazu gehören unter anderem Denkmalschutz, Tiefbauämter und Verkehrslenkung. Dadurch entstehen oft mehrjährige Planungs- und Genehmigungsverfahren.
Neue Termine für weitere U-Bahnhöfe
Neben Spandau gibt es auch für andere Bezirke aktualisierte Zeitpläne. So sollen am U-Bahnhof Turmstraße (U9) die Aufzüge 2026 in Betrieb gehen, an der Kaiserin-Augusta-Allee (U7) ist 2027 vorgesehen. Für den U-Bahnhof Osloer Straße (U8/U9) wird 2028 angestrebt. Insgesamt sind noch rund 60 U-Bahnhöfe in Berlin nicht barrierefrei.
Siemens-Campus als Treiber
Die Entwicklung des Siemens-Campus in Siemensstadt beschleunigt die Maßnahmen. „Der neue Campus wird Tausende Arbeitsplätze schaffen und die Nachfrage nach öffentlichem Nahverkehr erhöhen“, betonte ein Stadtplaner. Daher werde der barrierefreie Ausbau der umliegenden U-Bahnhöfe priorisiert. Neben Rohrdamm sind auch die Stationen Siemensdamm und Nonnendamm in der Planung.
Die BVG rechnet damit, dass bis 2030 alle U-Bahnhöfe in Berlin barrierefrei sein werden – vorausgesetzt, die Finanzierung und die Genehmigungsverfahren laufen reibungslos. Derzeit sind etwa 70 Prozent der Stationen mit Aufzügen oder Rampen ausgestattet.



