Nymphenbad im Dresdner Zwinger wird umfassend saniert
Nymphenbad im Zwinger wird saniert

Das Nymphenbad im Dresdner Zwinger erhält eine umfassende Verjüngungskur. Seit Anfang Juni 2026 schützt eine Einhausung die Brunnenkaskade vor Witterungseinflüssen und schafft optimale Arbeitsbedingungen für die Steinbildhauer und Restauratoren der Zwingerbauhütte. Dies teilte der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien und Baumanagement (SIB) mit. Die letzte große Sanierung des barocken Brunnens fand im Jahr 2008 statt. Die aktuellen Arbeiten sollen bis zum Herbst 2026 abgeschlossen sein.

Jahrelange Nutzung hinterlässt Spuren

Laut SIB hat die langjährige Nutzung des Brunnens sichtbare Schäden an der historischen Anlage verursacht. Der jährliche Wasserfluss von Mai bis Oktober habe den weichen Sandstein stark beansprucht. Organische Ablagerungen wie Flechten, Moose und Algen griffen die Oberflächenstruktur an. „Zudem hat das Auswaschen von Kalk aus den Fugenmörteln zu hartnäckigen Schleiern auf den Skulpturen und Wänden geführt“, so ein Sprecher des SIB.

Vielfältige Restaurierungsverfahren

Um die Schäden zu beseitigen, kommen verschiedene handwerkliche Techniken zum Einsatz. Die störenden Kalkschichten werden mit Ameisensäure entfernt, organische Beläge mittels Wasserdampf. Ein wichtiger Schritt ist die Entsalzung des Sandsteins: Mit Kompressen aus Zellstoff und Ton, die mit entmineralisiertem Wasser getränkt sind, werden die Salze aus dem Stein gezogen.

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Skulpturen werden in der Bauhütte restauriert

Parallel dazu formen die Fachleute erodierte Steinpartien nach und fertigen detailgetreue Nachbildungen der sogenannten Prallsteine, auf die das Wasser aus den Fontänen trifft. Die filigranen Balustradenfiguren sowie die zentralen Skulpturengruppen wurden bereits demontiert und werden in den Räumen der Zwingerbauhütte restauriert. Im Herbst sollen sie an ihren ursprünglichen Platz zurückkehren.

Historischer Hintergrund

Das Nymphenbad entstand zwischen 1712 und 1719 und wurde von Matthäus Daniel Pöppelmann aus Sandstein des Elbsandsteingebirges konstruiert. Fertiggestellt wurde es anlässlich der Hochzeit des Kurprinzen Friedrich August II. mit Maria Josepha von Österreich.

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