48. Berliner CSD 2025: Queere Tipps für Partymäuse und Kämpfer:innen
48. Berliner CSD: Queere Tipps für Party und Demo

Der Christopher Street Day (CSD) in Berlin feiert am Wochenende seine 48. Ausgabe – und bleibt seinem Doppelcharakter aus Demo und Party treu. Angesichts von Rechtsruck, Spardruck und Wahlkampf dürften die kämpferischen Töne besonders laut sein. Neben dem großen Umzug am Samstag gibt es zahlreiche Events. Das Ticket-Team hat eine Auswahl zusammengestellt.

Große Demo am Samstag: Route und Programm

Los geht das CSD-Wochenende, das erstmals über zwei Tage geht, am Freitag mit einem Demokratieabend am Brandenburger Tor (ab 18 Uhr, u.a. mit Wilhelmine). Im Fokus steht die Berlin-Wahl im September. Am Samstag startet um 12 Uhr die große CSD-Demo in der Leipziger Straße (Eröffnung 11:30 Uhr). Die Route führt über den Potsdamer Platz, am Nollendorfplatz vorbei zur Siegessäule.

Mit 83 Wagen, 55 Fußgruppen und Zigtausenden Teilnehmenden soll es erneut einer der größten CSDs in Europa werden. Die Abschlusskundgebung mit Reden und Musik findet am Brandenburger Tor statt (ab 16:30 Uhr, u.a. mit Ebow). Weitere Demos sind die Internationalist Queer Pride (Samstag), der Drag March und der Dyke* March (Freitag). Auch heterosexuelle Allies sind willkommen.

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Afterpartys: Clubs und DJ-Sets

Vinyl-Liebhaber kommen im Beate Uwe auf ihre Kosten: Bézier, BrthrMidnyt, F.E.Y.D, SXCL, Nicki Black und andere legen im B2B-Modus House und Electro auf. Die Afterpartys in den Clubs sind der perfekte Ausklang nach der Demo.

Kultur und Museen: CSD-Programm

Das Museum für Kommunikation bietet am Samstag freien Eintritt zur Sonderausstellung „Apropos Sex“ sowie eine Protestschild-Werkstatt im Hof und ein kühles Getränk. Die Neue Nationalgalerie lockt mit einem DJ-Set von Roi Perez (Resident-DJ der Panorama Bar) auf der Außenterrasse unter der Regenbogenflagge – bis die Demo gegen 13 Uhr vorbeikommt.

Genuss: Brunch und Frühstück

Im Vagabund Kesselhaus gibt es am Samstag (12–16 Uhr) einen Brunch mit Burlesque und Drag unter dem Motto „Bottoms Up“. Der Schöneberger Ableger von Frühstück 3000 macht gemeinsame Sache mit dem Club Ficken 3000 – die Restaurantterrasse liegt auf der Route. Nach der Partynacht bietet die Markthalle Neun eine CSD-Spezialausgabe des Breakfast Market mit Frühstück aus aller Welt, Workshops und Musik.

FLINTA-Pride-Party im Frannz Club

Die CSD-Party der FLINTA-Reihe „Girls Town“ ist bereits ausverkauft. Doch am Samstagabend gibt es die offizielle FLINTA-Pride-Party des CSD im Frannz Club in der Kulturbrauerei. Frauen, Lesben, intersexuelle, nicht-binäre, trans und agender Personen können dort ohne Belästigung feiern. Auf drei Dancefloors werden queere Pop-Hits, Rock, Soul, House und Techno gespielt. Der Biergarten ist geöffnet, Mitternachtssnacks und Gratis-Eis sind inklusive.

Queerer Zirkus: „Carnivale Royale“

Die Kompanie House of Circus aus Amsterdam gastiert mit ihrer Produktion „Carnivale Royale“ im Chamäleon. Die Show vereint Drag und zeitgenössischen Zirkus mit Luftakrobatik, Comedy und Drag-Performances. Auch Diskriminierungserfahrungen werden thematisiert. Am CSD-Wochenende (Freitag und Samstag) gibt es drei Shows, empfohlen ab 16 Jahren. „Carnivale Royale“ läuft bis 2. August.

Kino: Ausstellung „Inventing Queer Cinema“

Die Deutsche Kinemathek hat im Frühjahr ihre erste Ausstellung am neuen Standort im E-Werk eröffnet: „Inventing Queer Cinema“. Gezeigt werden Requisiten wie Marlene Dietrichs Zylinder und Weste, Gegenstände aus Wieland Specks „Westler“ sowie ein gelber Anzug von Rosa von Praunheim. Ein begleitendes Filmprogramm umfasst 97 Werke. Die Ausstellung beleuchtet Filme und Filmschaffende, die das queere Kino in Deutschland geprägt haben.

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