Ehemann von Thomas Hermanns: „Kein Spaß, als trans Person in Pirna zu leben“
Ehemann von Thomas Hermanns: „Kein Spaß, als trans in Pirna“

Wolfgang Macht, seit knapp 20 Jahren mit dem Comedian Thomas Hermanns verheiratet, spricht offen über die Herausforderungen, als trans Person in Pirna zu leben. „Es macht keinen Spaß, als trans Person in Pirna zu leben“, sagte Macht im Interview mit der Berliner Zeitung. Trotz der Unterstützung seines prominenten Mannes erlebt er regelmäßig Anfeindungen und Diskriminierung.

Unterstützung für queere Menschen trotz Bedrohungen

Das Paar engagiert sich seit Jahren für queere Sichtbarkeit und unterstützt Menschen, die es schwer haben. „Wir bekommen immer wieder Nachrichten von Menschen, die sich bedroht fühlen oder ausgegrenzt werden“, berichtet Macht. Die Situation in Pirna, einer Stadt in Sachsen, sei besonders schwierig. „Die Akzeptanz ist gering, und die Gefahr von Übergriffen ist real.“

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Menschenrechte aus dem Jahr 2025 erlebten 67 Prozent der trans Personen in Deutschland Diskriminierung im Alltag. In Ostdeutschland sei die Rate mit 74 Prozent sogar noch höher. Macht bestätigt diese Zahlen aus eigener Erfahrung: „Ich wurde schon mehrfach beschimpft und bedroht, nur weil ich ich bin.“

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Ehe mit Thomas Hermanns als Rückhalt

Die Ehe mit dem bekannten Comedian gebe ihm Kraft, so Macht. „Thomas steht immer hinter mir und wir treten gemeinsam gegen Hass und Ausgrenzung ein.“ Hermanns selbst betonte in der Vergangenheit mehrfach die Bedeutung von Sichtbarkeit und Zivilcourage. „Wir dürfen uns nicht verstecken, sonst gewinnen die Falschen“, sagte er.

Das Paar lebt mittlerweile in Berlin, pendelt aber regelmäßig nach Pirna, wo Macht aufgewachsen ist. „Die Verbindung zu meiner Heimat ist stark, aber die Stimmung dort macht mir Sorgen“, so Macht. Er appelliert an die Politik, mehr gegen Diskriminierung zu tun: „Es braucht mehr Aufklärung und Schutzräume für queere Menschen.“

Gesellschaftlicher Druck und persönliche Konsequenzen

Die psychische Belastung sei enorm. „Viele trans Personen leiden unter Angstzuständen und Depressionen“, erklärt Macht. Er selbst habe gelernt, mit den Anfeindungen umzugehen, aber es bleibe eine ständige Herausforderung. „Man muss immer wachsam sein, das zehrt an den Kräften.“

Das Engagement des Paares zeigt Wirkung: In den sozialen Medien haben sie eine Community aufgebaut, die sich gegenseitig unterstützt. „Wir bekommen täglich Dankesnachrichten von Menschen, die sich durch uns weniger allein fühlen“, sagt Macht. Doch er betont: „Es darf nicht sein, dass Menschen in Deutschland Angst haben müssen, sie selbst zu sein. Wir müssen als Gesellschaft zusammenstehen.“

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