Heiliger Schädel gestohlen: Dieb goss Reliquie in Beton
Heiliger Schädel gestohlen: Dieb goss Reliquie in Beton

Jablonné v Podještedí (Tschechien) – Es ist einer der größten Reliquiendiebstähle Europas: Der Schädel der heiligen Zdislava von Lämberg (etwa 1220–1252) wurde aus einer Basilika gestohlen. Ein 35-jähriger Täter entwendete die Reliquie am 12. Mai 2026 kurz vor der Abendmesse. Er durchschlug zwei Schichten Schutzglas, vermutlich mit einem Nothammer, und floh innerhalb weniger Sekunden. Die Tat wurde von Überwachungskameras aufgezeichnet, die Bilder sind jedoch unscharf.

Die Polizei nahm den Verdächtigen am 14. Mai fest. Einen Tag später wurde die Reliquie wiedergefunden – eingegossen in einen Betonblock. Nach Angaben der Polizei plante der Dieb, den Schädel in einem Fluss zu versenken. „Er wollte mit dem Diebstahl kein Geld verdienen“, sagte Polizeisprecherin Ivana Baláková. Der Täter gab an, die sterblichen Überreste der Heiligen würden „nicht ihren Frieden finden“, wenn sie weiter in der Basilika ausgestellt blieben.

Der Diebstahl erschütterte die katholische Welt. Stanislav Pribyl, bis April Erzbischof von Prag, bezeichnete die Tat als „verheerende Nachricht“. Die Basilika in Jablonné v Podještedí, rund 110 Kilometer nördlich von Prag, ist ein bedeutender Wallfahrtsort. Experten arbeiten nun daran, den Schädel vorsichtig aus dem Beton zu lösen und seinen Zustand zu prüfen.

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