Carolin Kebekus startet die neue Staffel ihrer Show mit dem Thema Wut. Die Komikerin kritisiert, dass weibliche Wut in der Gesellschaft oft negativ abgestempelt werde – als krank, hysterisch oder zu emotional. Männer hingegen würden für Wutausbrüche eher gelobt, etwa mit einem „starken Willen“.
In der Debatte um sexualisierte digitale Gewalt wirft Kebekus Bundeskanzler Friedrich Merz vor, sich zum Komplizen der Gegenbewegung zu machen. Merz hatte die Gewalt in der Gesellschaft vor allem mit Zuwanderung in Verbindung gebracht. Kebekus sagt: „Er will aus der Sexismus-Debatte eine Migrationsdebatte machen.“
Die Komikerin bezieht sich auf den Fall der Moderatorin Collien Fernandes, die über Missbrauch durch ihren Ex-Mann Christian Ulmen sprach. Kebekus kritisiert den öffentlichen Umgang mit solchen Fällen: Zuerst äußere sich eine mutige Frau, dann entstünden zwei Lager – das Team des mutmaßlichen Täters und das des mutmaßlichen Opfers. Sie selbst stehe im Team der Opfer.
Kebekus betont, dass Wut etwas Gutes sei: „Wut sagt uns: Hier stimmt etwas nicht. Ich brauche Veränderung.“ Sie fordert Männer auf, die Wut von Frauen erst einmal gelten zu lassen, anstatt sich überfordert zu zeigen.



