Das Landesarbeitsgericht hat im Streit um eine Schlichtungsstelle für das von der Schließung bedrohte Zalando-Logistikzentrum in Erfurt schnell reagiert. Ein erster Verhandlungstermin stehe mit dem 3. Juni bereits fest, bestätigten ein Unternehmenssprecher und der Zalando-Betriebsrat auf dpa-Anfrage.
Der Betriebsrat hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass er gegen den Beschluss des Arbeitsgerichts Erfurt zur Einsetzung einer Einigungsstelle, bei der es um Interessenausgleich und Sozialplan gehen soll, Beschwerde in der zweiten Instanz eingelegt habe. Zalando will das Logistikzentrum im September schließen, wodurch rund 2.700 Arbeitnehmer ihren Job verlieren würden.
Unternehmenssprecher Christian Schmidt erklärte, jeder Tag, der mit juristischen Verfahren verloren werde, sei ein verlorener Tag für die dringend benötigte Klarheit für die Beschäftigten. Das Management des Dax-Konzerns halte an den Schließungsplänen fest.
Die Einigungsstelle biete aus Sicht des Unternehmens den notwendigen, neutral moderierten Rahmen für sachliche Verhandlungen über einen fairen Sozialplan. Zalando sei bereit, über konkrete unterstützende Maßnahmen einschließlich Abfindungen zu sprechen.
Betriebsratschef Tony Krause betonte, der Betriebsrat sei bereit für ernsthafte Verhandlungen und habe Konzepte und Termine vorgelegt. Mit der Beschwerde wolle die Arbeitnehmervertretung sicherstellen, dass die gesetzlichen Mitbestimmungsrechte nicht durch einseitige Zeitdiktate des Arbeitgebers ausgehöhlt werden.



