Das von einem Hantavirus-Ausbruch betroffene Kreuzfahrtschiff „Hondius“ ist am Samstag im Hafen Granadilla auf Teneriffa eingelaufen. An Bord befinden sich knapp 150 Menschen, darunter mehrere Deutsche. Sie sollen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zum Flughafen gebracht und in ihre Heimatländer ausgeflogen werden.
In Spanien wurde eine zweite Frau identifiziert, die möglicherweise mit dem Andes-Hantavirus infiziert ist. Sie saß in derselben KLM-Maschine, mit der die später gestorbene Niederländerin nach dem Verlassen des Schiffs Ende April von Johannesburg nach Amsterdam fliegen wollte. Die Frau lebt in Katalonien und wurde vorsorglich in ein Krankenhaus eingewiesen, zeigt aber keine Symptome.
Bereits am Freitag war eine weitere Frau in Alicante mit leichten Symptomen isoliert worden, die ebenfalls in dem Flugzeug saß. Sie habe zwei Reihen hinter der erkrankten Niederländerin gesessen, teilte Staatssekretär Javier Padilla mit. Die Ergebnisse von PCR-Tests stehen noch aus.
Die Niederländerin hatte die Kreuzfahrt auf St. Helena abgebrochen, nachdem ihr Mann an Bord gestorben war. Sie flog am 24. April nach Südafrika, wurde aber kurz vor dem Rückflug wegen ihres schlechten Gesundheitszustands aus dem Flugzeug geholt und starb kurz darauf im Krankenhaus.
Eine Stewardess des KLM-Fluges, die Kontakt zu der Verstorbenen hatte, wurde aus dem Krankenhaus entlassen, da sie nicht infiziert ist. Eine weitere Passagierin, eine Südafrikanerin, die eine Woche in Barcelona verbracht hatte, ist symptomfrei und befindet sich in ihrem Heimatland.
Der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus ist auf Teneriffa eingetroffen, um die Ausschiffung zu überwachen. Er steht mit dem Kapitän der „Hondius“ in Kontakt, der bestätigte, dass derzeit keine weiteren Personen an Bord Symptome des Hantavirus zeigen.



