In den Wechseljahren kann es bei Frauen zu einer Verengung der Scheide kommen, die oft wenig thematisiert wird. Laut Frauenärztin Dr. Heidi Gößlinghoff ist dies eine mögliche Folge des sinkenden Östrogenspiegels, der zu Veränderungen des Vaginalgewebes führt.
Durch den Östrogenmangel wird die Vaginalschleimhaut dünner, trockener und weniger elastisch. „Das Gewebe verändert sich so stark, dass sich die Vaginalöffnung deutlich verkleinern kann“, erklärte Dr. Gößlinghoff. Diese Entwicklung gehört zum genitourinären Syndrom, das verschiedene Beschwerden im Intimbereich umfasst.
Die Veränderungen treten schleichend auf. Aufgrund schlechterer Durchblutung und fehlender Elastizität kann sich das Gewebe zusammenziehen, was zu einer vaginalen Atrophie führen kann. Erste Anzeichen sind oft unspezifisch: Trockenheit, Brennen, Jucken oder Schmerzen beim Sex. In fortgeschrittenen Fällen kann die Verengung so stark werden, dass selbst Untersuchungen unangenehm sind.
Viele Frauen halten die Beschwerden für normale Wechseljahreserscheinungen. „Dabei kann bereits ein leichtes Trockenheitsgefühl ein frühes Warnsignal sein“, so die Ärztin. Unbehandelt kann sich die Verengung verstärken. Eine extreme Form mit Gewebeverklebungen ist selten und entwickelt sich meist über längere Zeit.
Hauptursache ist der Hormonrückgang. Zusätzlich können chronische Hauterkrankungen wie Lichen sclerosus oder medizinische Eingriffe das Risiko erhöhen. Schätzungsweise 50 bis 70 Prozent der Frauen in den Wechseljahren haben Symptome wie Trockenheit oder Reizungen, eine ausgeprägte Verengung betrifft jedoch nicht alle. Je früher Veränderungen erkannt werden, desto besser lassen sie sich behandeln.



