Hunderte Millionen Menschen erkranken jährlich an Grippe, meist milde. Doch für manche kann Influenza tödlich sein, besonders wenn das Herz betroffen ist. Eine Studie in „Immunity“ zeigt nun, wie bestimmte Immunzellen das Herz schädigen könnten.
Forscher um Filip Swirski von der Icahn School of Medicine am Mount Sinai in New York werteten Autopsieberichte von 35 Grippetoten aus. Die meisten hatten Vorerkrankungen wie Bluthochdruck. Dies deutet auf einen Zusammenhang zwischen Herzgesundheit und Grippesterblichkeit hin.
In Mäuseversuchen fanden die Wissenschaftler weiße Blutkörperchen, Vorläufer von DC3-dendritischen Zellen. Diese infizieren sich in der Lunge mit dem Grippevirus und wandern dann zum Herzen. Statt das Virus zu bekämpfen, produzieren sie große Mengen des entzündungsfördernden Proteins Typ-1-Interferon (IFN-1). Dies kann Herzmuskelzellen abtöten und das Organ schwächen.
„Sie infizieren sich in der Lunge, transportieren das Virus zum Herzen und verbreiten es dort“, erklärt Mitautor Jeffrey Downey. Die Immunzellen wirken wie ein trojanisches Pferd. Möglicherweise gibt es einen ähnlichen Mechanismus beim Menschen.
Die Forscher hoffen, dass eine Impfung diesen Prozess unterbinden kann. Erste Versuche mit infizierten Mäusen waren teilweise erfolgreich. „Die neuen Ergebnisse machen große Hoffnung für die Entwicklung neuer Therapien“, sagt Swirski. Bisher gibt es kaum Optionen, um Herzschäden durch Grippe zu verhindern.



