US-Justizministerin Pam Bondi hat bei einer Kongressanhörung eingeräumt, dass bei der Veröffentlichung von Akten im Fall Jeffrey Epstein Fehler gemacht wurden. Vor dem Justizausschuss des Repräsentantenhauses verteidigte sie ihr Vorgehen, gestand aber ein, dass Namen von Opfern „versehentlich“ nicht geschwärzt worden seien.
Die Veröffentlichung der Ermittlungsakten Mitte Dezember war von Pannen überschattet. Kurz nach der Freigabe verschwanden mehr als ein Dutzend Dateien wieder. Bondis Stellvertreter Todd Blanche erklärte, die Löschung sei auf Bitten von Betroffenen erfolgt, da die Fotos potenzielle Opfer zeigten, die zuvor nicht als solche identifiziert worden seien.
Demokratische Abgeordnete kritisierten das Justizministerium scharf. Jamie Raskin bemängelte, dass die Namen von Opfern nicht geschwärzt wurden, während die von Tätern und Komplizen unkenntlich gemacht worden seien. „Viele hatten ihre Peinigung geheim gehalten, sogar vor Familie und Freunden“, sagte Raskin. Dan Goldman warf Bondi vor, mit „unzulässigen Schwärzungen“ Präsident Donald Trump und andere Epstein-Täter zu schützen, während die Opfer entblößt worden seien.
Bondi räumte ein, dass Namen von Opfern „versehentlich“ veröffentlicht, aber nach Hinweisen „umgehend“ geschwärzt worden seien. Goldman konterte, dass Bondis Behörde 75 Tage für die Prüfung gehabt habe, obwohl nur 30 Tage eingeräumt worden seien. Die Fehler seien daher nicht auf Zeitmangel zurückzuführen.
In der Anhörung äußerte sich Bondi auch zu Ghislaine Maxwell, der langjährigen Vertrauten Epsteins. Sie sagte, Maxwell werde „hoffentlich im Gefängnis sterben“. Maxwell war 2022 zu 20 Jahren Haft verurteilt worden, weil sie Epstein Mädchen und junge Frauen zugeführt hatte. Sie verbüßt ihre Strafe in Texas. Zuvor hatte sie vor einem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses von ihrem Schweigerecht Gebrauch gemacht.



