Missbrauchskomplex Josephine R.: Ex-Partnerin erneut angeklagt
Missbrauchskomplex Josephine R.: Ex-Partnerin erneut angeklagt

Im Missbrauchskomplex um Josephine R. ist die ehemalige Partnerin des angeblichen Opfers erneut angeklagt worden. Die 32-jährige Frau aus Salzgitter soll durch falsche Missbrauchsvorwürfe dazu beigetragen haben, dass ein Paar mehr als zwei Jahre unschuldig im Gefängnis saß. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wirft ihr falsche Verdächtigung, uneidliche Falschaussage und Freiheitsberaubung vor.

Die Angeschuldigte war selbst im Jahr 2022 wegen eines falschen Geständnisses zu angeblichem Missbrauch an ihrer Ex-Freundin Josephine R. zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und fünf Monaten verurteilt worden. Sie hatte die Taten im Sommer 2022 vor dem Landgericht Braunschweig im Rahmen einer Verständigung eingeräumt.

Nach diesem ersten Prozess rückten schwere Missbrauchsvorwürfe von Josephine R. gegen ihre eigene Mutter und den Stiefvater in den Fokus. Das Paar aus Bad Harzburg wurde festgenommen und im folgenden Prozess verurteilt: die Mutter zu 13,5 Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung, der Partner zu neun Jahren und sechs Monaten.

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Fast ein Jahr später hob der Bundesgerichtshof (BGH) den Schuldspruch auf, da starke Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Josephine R. bestanden. Eine andere Strafkammer in Braunschweig sprach die Eltern im September 2024 frei, weil die Taten nicht stattgefunden hätten. Die Ex-Partnerin widerrief ihr Geständnis und wurde freigelassen.

Wegen ihrer Falschangaben im Prozess gegen die Eltern droht ihr nun eine Haftstrafe zwischen einem und zehn Jahren. Ein Verhandlungstermin vor dem Schöffengericht in Braunschweig steht noch nicht fest. Medien bezeichnen den Fall als einen der größten Justizfehler Deutschlands.

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