Prozess gegen rechte Terrorgruppe: Kronzeuge unter Beschuss
Prozess gegen rechte Terrorgruppe: Kronzeuge unter Beschuss

Im Stuttgarter Oberlandesgericht läuft der Prozess gegen die rechte Terrorgruppe S, die Anschläge auf Moscheen geplant haben soll. Im Zentrum steht der Kronzeuge Paul-Ludwig U., der seine ehemaligen Kameraden verriet und die Ermittler mit Informationen versorgte. Seine Glaubwürdigkeit wird jedoch von den Verteidigern der anderen Angeklagten infrage gestellt.

Die Gruppe S, bestehend aus 13 Männern, soll seit September 2019 Anschläge auf Moscheen, Linke und Politiker der Grünen vorbereitet haben. U. beschreibt das Vorhaben als Massaker mit Hunderten Toten, das einen Bürgerkrieg auslösen sollte, um eine nationalsozialistische Gesellschaftsordnung zu errichten. Die Angeklagten sitzen seit April auf der Anklagebank, die Verhandlung ist bis August terminiert.

U., der wegen zweier Geiselnahmen über 20 Jahre in Haft saß und eine diagnostizierte Borderlinestörung hat, konsumierte während der Treffen Drogen. Die Verteidiger bezweifeln seine Zurechnungsfähigkeit und bezeichnen seine Aussagen als Fantasieprodukte. Die Polizei überwachte die Treffen, konnte jedoch nicht mithören, sodass zentrale Details auf U.s Aussagen beruhen.

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Die Anwälte der anderen Angeklagten versuchen, U. zu diskreditieren, um seine Aussagen zu entkräften. Sie werfen ihm ein überzogenes Sendungsbedürfnis vor und stellen seine psychische Verfassung infrage. Der Ausgang des Prozesses hängt maßgeblich von der Glaubwürdigkeit des Kronzeugen ab.

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