Das Landgericht Kiel hat einen 35-jährigen Mann wegen Vergewaltigung, Geiselnahme und Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Mann seine Ehefrau fünfmal vergewaltigte, wie eine Gerichtssprecherin bestätigte.
Sein 26-jähriger Bruder erhielt wegen Beihilfe zur Geiselnahme in Tateinheit mit Fahren ohne Führerschein eine zweijährige Bewährungsstrafe bei einer Bewährungszeit von drei Jahren. Zuvor hatten die „Kieler Nachrichten“ berichtet.
Laut Anklage soll der Hauptangeklagte die Frau bei einem der Fälle in der gemeinsamen Wohnung in Rendsburg gefesselt haben. Schließlich soll er mit seinem Bruder den Plan gefasst haben, seine nach syrischem Recht angetraute Ehefrau mit den Kindern nach Großbritannien zu entführen. Die Vergewaltigungen ereigneten sich im November 2022 und im Mai 2024.
Ziel war es, die Beziehung ohne den Schutz der Eltern der Frau oder anderer Kontakte weiterführen zu können. Beide Brüder warteten mit einem Auto vor der Wohnung der Eltern der Frau. Als sie mit zwei der drei Kinder das Haus verließ, sollen sie ihr gedroht und die drei entführt haben. Die Frau kam in den Kofferraum, die Kinder auf die Rückbank. Sie fuhren in Richtung Süden. Bei der Fahrt kam es zu Unstimmigkeiten, sodass der 26-Jährige das Fahrzeug in der Region Hannover verließ.
Der ältere Bruder fuhr mit seiner Frau und den beiden Kindern über die Niederlande und Belgien bis ins französische Calais. Dort wollte er mithilfe von Schleppern nach Großbritannien gelangen. Während dieser Zeit schliefen sie in einem Zelt in einem Flüchtlingscamp. Schließlich wurde er von der französischen Polizei festgenommen.
Der Verteidiger des Hauptangeklagten hatte eine Geldstrafe gefordert. In dem Prozess gab es mehr als 40 Verhandlungstage. Das Verfahren hatte im Juni vergangenen Jahres begonnen.



