Nach dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad ist die Zahl der Asylanträge von Syrern in der EU deutlich zurückgegangen. Wie die europäische Asylbehörde EUAA am Montag mitteilte, stellten im Februar nur noch 5.000 Syrer einen Asylantrag in der EU – ein Rückgang um 70 Prozent im Vergleich zum Oktober des Vorjahres.
Der Machtwechsel habe zu einem „wesentlichen Wandel“ der Asylsituation geführt, erklärte die EUAA. Während Syrer zuvor die größte Gruppe unter den Asylsuchenden bildeten, waren sie im Februar nur noch die drittgrößte Gruppe. Die meisten Anträge stammten von Menschen aus Venezuela und Afghanistan. Insgesamt reichten im Februar rund 69.000 Menschen Asylanträge in den EU-Staaten sowie Norwegen und der Schweiz ein.
Deutschland und weitere Länder hatten nach dem Sturz Assads die Bearbeitung von Asylanträgen aus Syrien ausgesetzt. Die Bundesrepublik war lange das Hauptzielland für syrische Asylsuchende, wurde aber im Februar von Frankreich und Spanien abgelöst. Seit Beginn des Bürgerkriegs 2011 flohen etwa fünf Millionen Syrer ins Ausland. Nach Assads Sturz kehrten bereits Hunderttausende in ihre Heimat zurück.
Die Bundesregierung plant, syrischen Flüchtlingen befristete Besuche in ihrer Heimat zu erlauben, ohne den Schutzstatus zu verlieren. Dies solle der Vorbereitung einer dauerhaften Rückkehr dienen, so eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums. Die CSU, die künftig das Ministerium führen wird, äußerte jedoch scharfe Kritik an dem Vorhaben.



