Diskriminierung in Deutschland: EU-Bürger erleben mangelnde Willkommenskultur
Diskriminierung in Deutschland: EU-Bürger erleben mangelnde Willkommenskultur

Eine neue Studie im Auftrag der Bundesregierung zeigt, dass viele EU-Bürger in Deutschland Diskriminierung und mangelnde Zugehörigkeit erfahren. Ende 2023 lebten rund 5,1 Millionen Menschen aus anderen EU-Staaten in Deutschland, 37 Prozent aller Ausländer. Seit 2024 übersteigt die Abwanderung die Zuwanderung, mit einem negativen Saldo von rund 34.000 Personen. Rund ein Drittel der Befragten denkt über Abwanderung nach.

Hauptgründe für die Abwanderung sind hohe Wohn- und Lebenshaltungskosten sowie ein fehlendes Zugehörigkeitsgefühl. Diskriminierung und Arbeitslosigkeit spielen ebenfalls eine Rolle. Viele EU-Bürger arbeiten in schlecht bezahlten Helfertätigkeiten in Bereichen wie Reinigung oder Transport. Studienleiter Bernhard Boockmann von der Uni Tübingen sagt: „Viele sind gewissermaßen gefangen in Helferbereichen.“

Besonders betroffen von Diskriminierung sind Menschen aus Rumänien und Bulgarien sowie Sinti und Roma. Eine Bulgarin wird in der Studie zitiert: „Das ist immer der Subtext: Sie schicken mich weg, weil ich Bulgarin bin, weil ich Roma bin, weil ich eine andere Hautfarbe habe.“ Die Autoren stellen fest, dass Diskriminierungserfahrungen den Integrationsprozess vieler EU-Bürger prägen.

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Die Zahl der arbeitslosen EU-Bürger in Deutschland stieg von 117.000 (2011) auf 219.000 (2023), hauptsächlich aus Südosteuropa. Deutschkenntnisse gelten als Schlüssel für beruflichen Aufstieg und soziale Teilhabe. Die Integrationsbeauftragte Natalie Pawlik (SPD) kritisiert den geplanten Zulassungsstopp für Integrations- und Sprachkurse durch das Bundesinnenministerium als kontraproduktiv.

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