Tausende Dresdner bilden Menschenkette zum Gedenken an die Zerstörung 1945
Tausende Dresdner bilden Menschenkette zum Gedenken an die Zerstörung 1945

Dresden hat am Jahrestag der verheerenden Luftangriffe vom Februar 1945 mit einer Menschenkette ein Zeichen für Frieden und Versöhnung gesetzt. Tausende fassten sich um 18.00 Uhr an den Händen, während die Kirchenglocken läuteten. Auch Gäste aus der britischen Partnerstadt Coventry, darunter Oberbürgermeisterin Rachel Lancaster, beteiligten sich.

Bereits eine Stunde zuvor hatten sich rund 300 Menschen zu einem Bürgersingen vor dem Kulturpalast versammelt. Dresdens Bürgermeister Jan Donhauser betonte in einem Grußwort, dass aus Zerstörung Versöhnung wachsen könne, wenn man bereit sei, die Hand zu reichen. Lancasters bezeichnete die Menschenkette als starke Botschaft und Symbol für Hoffnung und Einheit.

Die Rektorin der TU Dresden, Ursula Staudinger, rief dazu auf, die Demokratie zu verteidigen. Sie verwies auf rechtsextreme Kräfte in Parlamenten und die Ausbreitung von Hass und Hetze. „Wir dürfen nicht passiv bleiben“, sagte Staudinger. Die Menschenkette wird seit 2010 jährlich am 13. Februar gebildet, dem Tag, an dem Dresden 1945 durch Bomben der Briten und US-Amerikaner schwer zerstört wurde. Bis zu 25.000 Menschen kamen ums Leben.

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Das Bombardement ist unter Experten umstritten, jedoch wird betont, dass es im Kontext des Kriegsverlaufs gesehen werden muss. Im Vorfeld gab es mahnende Stimmen, die Angriffe nicht politisch zu missbrauchen. Hintergrund sind geplante Aktivitäten von Rechtsextremisten, gegen die sich Widerstand formiert. Oberbürgermeister Dirk Hilbert hob die Menschenkette als starkes Zeichen für Menschenrechte, Demokratie und lebendiges Gedenken hervor.

Das Gedenken begann am Vormittag mit Kranzniederlegungen und einer Schweigeminute. Die Frauenkirche, die nach dem Bombardement einstürzte und wiederaufgebaut wurde, war ein wichtiger Anlaufpunkt. Am Abend sind Sonderkonzerte der Staatskapelle und der Philharmonie geplant. Um 22.00 Uhr, dem Zeitpunkt der ersten Angriffswelle, läuten alle Glocken Dresdens.

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