Der österreichische Olympiasieger Benjamin Karl hat mit seinen Aussagen über die Rollenverteilung in seiner Ehe einen Shitstorm ausgelöst. In einem Podcast sprach der 40-jährige Snowboarder offen über seine Vorstellungen von Familie und Geschlechterrollen, was auf breite Kritik stieß. Der Podcast wurde mittlerweile offline genommen.
Karl, der bei den Olympischen Winterspielen in Italien Gold gewann, berichtete, dass seine Frau Nina nach 20 Jahren Unterstützung für seine Karriere nun mehr Zeit für sich forderte. Sie wünsche sich, „mal auf Mädelsurlaub zu fahren“ und das Leben zu genießen. Karl entgegnete ihr jedoch: „Das geht nicht. Finanziell bin ich der Verantwortliche für diese vier Mäuler.“ Er betonte, dass seine Frau zurückstecken müsse, da seine Termine Priorität hätten.
Der Sportler erinnerte daran, dass seine Frau bekommen habe, was sie sich wünschte: eine frühe Hochzeit, Kinder, ein Haus und einen Pool. Dennoch habe es Streit gegeben, und eine Trennung stand im Raum. Karl sagte, er würde es akzeptieren, wenn sie ihn nicht mehr unterstützen wolle, aber er könne nicht anders: „Das ist mein Leben, das macht mich glücklich.“ Am nächsten Morgen sei die Krise überwunden gewesen, ohne dass seine Frau erklärte, was in der Nacht passiert sei.
In den sozialen Medien und Medien wie „Der Standard“ und „Spiegel Online“ wurde Karls Einstellung scharf kritisiert. Viele warfen ihm vor, ein veraltetes Geschlechterrollenbild zu vertreten. Nach dem Shitstorm versuchte Karl, den Schaden zu begrenzen. Auf Instagram erklärte er, dass seine Frau Psychotherapeutin sei und ihren Träumen nachjage, und betonte, dass sie jederzeit einen Mädelstrip planen könne – „nur gut geplant“.
Karl, der nach dem Olympiasieg 2022 nun einen Neustart im Radsport wagt, löschte den Podcast auf Anraten des Betreibers. In einer Instagram-Story bedankte er sich bei seiner Frau und den Unterstützern: „Ich werde jetzt nicht den Kopf hängen lassen.“



