Fördergeld-Regen für Stralendorf: 405.000 Euro für klimafreundlichen Schulbau
405.000 Euro für klimafreundlichen Schulbau in Stralendorf

Fördergeld-Regen für Stralendorf: 405.000 Euro für klimafreundlichen Schulbau

In einer stillen Aula des Gymnasialen Schulzentrums Stralendorf füllt die Stimme von Timo den Raum, während er frei und ohne Blatt sein Gedicht über Schlange Walter vorträgt. Neben ihm stehen Elena, Annabelle, Ilvy und Frieda, die ebenfalls ihre Verse über Störche, Igel und den Frühling rezitieren. Kein Rascheln von Papier, nur Konzentration und ein Hauch Aufregung liegen in der Luft. Auch Till Backhaus, Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, hört aufmerksam zu, lächelt und nickt. Dieser stille Moment symbolisiert, worum es an diesem Morgen in der Gemeinde Stralendorf geht: um Bildung, Mut und eine nachhaltige Zukunft.

Bildung als wichtigster Rohstoff des Landes

Wenig später steht Minister Backhaus selbst auf der Bühne und hat mehr als nur warme Worte im Gepäck. Er überreicht den Fördermittelbescheid für den Erweiterungsbau II der Schule. „Bildung ist der wichtigste Rohstoff unseres Landes“, betont der SPD-Politiker mit Nachdruck. „Und dafür braucht es gut ausgestattete Schulen, die gleichzeitig den Klimaschutz im Blick behalten.“ Das Vorhaben sei ein konkreter Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele des Bundeslandes, ergänzt Markus Eichwitz, der den Minister auf seiner Tour durch die Regionen Hagenow, Wittenburg und Stralendorf begleitet.

Investitionspaket mit beeindruckenden Zahlen

Konkret handelt es sich um ein Investitionspaket mit einem Gesamtvolumen von 810.375,03 Euro. Davon stellt das Land Mecklenburg-Vorpommern exakt 405.187,51 Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) bereit, was einem Fördersatz von 50 Prozent entspricht. Die Grundlage bildet die Klimaschutz-Förderrichtlinie für Kommunen. Für Minister Backhaus ist dies ein „starkes Signal für kommunalen Klimaschutz und für eine zukunftsfähige Bildungsinfrastruktur“.

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Mit den Fördermitteln wird der Neubau nicht nur größer, sondern vor allem deutlich effizienter. Geplant sind unter anderem:

  • Ein witterungsgeführtes Sonnenschutzsystem zur Reduzierung des solaren Wärmeeintrags
  • 800 energieeffiziente LED-Innenleuchten mit Präsenzmeldern und tageslichtabhängiger Steuerung
  • Eine moderne Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
  • Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für optimales Raumklima bei minimalem Energieverbrauch

Konkrete Klimaschutzeffekte

Die ökologischen Auswirkungen sind beachtlich: „Mit dem Vorhaben werden jedes Jahr rund 19,9 Tonnen CO₂ eingespart“, erklärt Till Backhaus. Parallel sinke der Energieverbrauch um 95.400 Kilowattstunden jährlich. Der Minister veranschaulicht diese Zahlen: „Das entspricht dem Bedarf von etwa 27 Einfamilienhäusern oder dem CO₂-Ausstoß einer jährlichen Autofahrt von rund 104.000 Kilometern.“ Für ihn ist dies ein klarer Beleg dafür, welchen Unterschied durchdachte Investitionen im Gebäudebereich bewirken können.

Architektonische und wirtschaftliche Aspekte

Der Erweiterungsbau entsteht nördlich des Hauptgebäudes auf einer Fläche, die bisher als Parkplatz diente. Geplant sind drei Geschosse mit etwa 4800 Quadratmetern Grundfläche und rund 2100 Quadratmetern Nutzfläche. Das Herzstück bilden elf moderne Fachkabinette mit zugehörigen Vorbereitungsräumen, ergänzt durch drei Klassenräume sowie Arbeits- und Besprechungsräume für das Lehrpersonal.

Architektonisch fügt sich der Neubau harmonisch in das bestehende Ensemble ein. Eine zentrale Halle mit großer Sitztreppe soll als lichtdurchfluteter Treffpunkt dienen. Weitere Merkmale sind:

  1. Flure mit integrierten Garderoben
  2. Ein Personenaufzug zur Gewährleistung der Barrierefreiheit
  3. Ein Dach, das sich an der vorhandenen Bebauung orientiert

Neben den ökologischen Vorteilen spielt auch die Wirtschaftlichkeit eine entscheidende Rolle. Laut Ministerium amortisieren sich die Maßnahmen innerhalb von etwa zehn Jahren. Gleichzeitig reduzieren sich die Betriebskosten deutlich, nicht zuletzt durch geringeren Wartungsaufwand.

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Kommunale Perspektive und weitere Herausforderungen

Bürgermeister und Amtsvorsteher Frank Gombert zeigt sich erfreut über die Förderung: „Es ist immer gut, wenn es Einsparpotenziale gibt“, erklärt er und dankt für die finanzielle Unterstützung. Man befinde sich mit der Sanierung und Entwicklung des Gymnasialen Schulzentrums auf einem guten Weg. Allerdings lässt Gombert auch das nächste Sorgenkind nicht unerwähnt: die Grundschulcontainer. „Wir hoffen, dass das Land uns auch weiterhin so engagiert unterstützt“, betont der Amtsvorsteher mit Blick auf künftige Herausforderungen.

Die Veranstaltung in Stralendorf verdeutlicht, wie Klimaschutz im Alltag wirken kann. Während die Schülerinnen und Schüler ihre Gedichte vortragen, zeigt die Fördermittelübergabe, dass Investitionen in Bildung und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können – für eine lebenswerte Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern.