Thüringenkolleg in Weimar: CDU-Abgeordneter fordert Erhalt des zweiten Bildungswegs
CDU-Abgeordneter fordert Erhalt des Thüringenkollegs in Weimar

Thüringenkolleg in Weimar: CDU-Abgeordneter fordert Erhalt des zweiten Bildungswegs

Die geplante Schließung des Thüringenkollegs in Weimar stößt weiterhin auf deutliche Kritik – auch innerhalb der Regierungspartei CDU. Der Thüringer CDU-Landtagsabgeordnete Lennart Geibert positioniert sich klar gegen das Aus für die Bildungseinrichtung, die Erwachsenen den Weg zum Abitur auf dem zweiten Bildungsweg ermöglicht.

Geibert: „Falscher Ansatz, bei Bildung zu sparen“

„Ich bin als lokaler Abgeordneter dagegen, weil ich glaube, dass wir eine Chance für den zweiten Bildungsweg brauchen und diese letztlich mit dem Thüringenkolleg realisieren können“, erklärte Geibert gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Der Politiker betonte, es sei der falsche Ansatz, bei Bildung zu sparen. Er hofft nun, dass das Thüringer Bildungsministerium einen konstruktiven Vorschlag vorlegt, wie die Zukunft der Einrichtung gesichert werden kann.

Bildungsministerium begründet Schließung mit Kosten und Absolventenzahlen

Das Thüringer Bildungsministerium hatte die Entscheidung für die Schließung mit hohen Betriebskosten und vergleichsweise niedrigen Absolventenzahlen gerechtfertigt. Nach Angaben der Behörde belaufen sich die jährlichen Kosten auf rund eine Million Euro. Im vergangenen Schuljahr verließen lediglich 25 Absolventen die Einrichtung mit dem Abitur in der Tasche. Das Ministerium verwies zudem darauf, dass auch der Landesrechnungshof eine Schließung gefordert habe.

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Die aktuellen Pläne sehen vor, dass ab dem kommenden Schuljahr keine neuen Bewerber mehr aufgenommen werden. Alle derzeitigen Schüler sollen jedoch planmäßig ihren Abschluss am Thüringenkolleg absolvieren können. An der Einrichtung können Erwachsene innerhalb von drei Jahren in Vollzeit das Abitur nachholen.

Linke-Bildungspolitikerin erhöht den Druck auf Minister Tischner

Auch die Opposition übt scharfe Kritik an der Entscheidung. Die Thüringer Linke-Bildungspolitikerin Ulrike Grosse-Röthig forderte Bildungsminister Christian Tischner (CDU) erneut auf, die Schließungspläne zurückzunehmen. „Minister Tischner hat sich offensichtlich bei seiner Entscheidung, das Thüringenkolleg Weimar zu schließen, völlig verrannt“, erklärte Grosse-Röthig.

Sie betonte: „Die Chance, jungen Menschen auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur kostenlos und in Vollzeit zu ermöglichen, muss weiterhin vorhanden sein.“ Die Bildungspolitikerin kündigte an, das Thema im Bildungsausschuss des Landtags auf die Tagesordnung zu setzen, um den Erhalt der Bildungseinrichtung zu diskutieren.

Die Debatte um das Thüringenkolleg verdeutlicht die grundsätzliche Frage, wie der zweite Bildungsweg in Thüringen zukünftig gestaltet werden soll. Während das Ministerium auf wirtschaftliche Effizienz verweist, betonen Kritiker wie Geibert und Grosse-Röthig den bildungspolitischen und gesellschaftlichen Wert solcher Einrichtungen.

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