Deutsch-polnisches Projekt: Gemeinsam Brot backen und Ausbildung gestalten
Deutsch-polnisches Projekt: Gemeinsam Brot backen und Ausbildung

Deutsch-polnisches Projekt: Gemeinsam Brot backen und Ausbildung gestalten

Im Beruflichen Bildungszentrum des Landkreises Vorpommern-Greifswald in Torgelow duftet es nach frischem Sauerteigbrot. Hier treffen sich deutsche und polnische Berufsschullehrerinnen, um gemeinsam an einem grenzüberschreitenden Lehrplan für angehende Köche und Bäcker zu arbeiten. Das Projekt „Cooking into the future“ hat im November 2025 begonnen und nimmt nun Fahrt auf.

Praktischer Austausch steht im Mittelpunkt

Besonders appetitlich riecht ein Sauerteig-Ansatz zunächst nicht, wie die polnischen Gastronomie-Ausbilderinnen feststellten. Doch das hielt sie nicht davon ab, unter Anleitung von Bäckermeister Steffen Krumnow und seinem Lehrling Darius Pahl im Bildungszentrum Torgelow traditionelle Roggen-Mischbrote zu backen. Nach 40 Minuten im Ofen verbreiteten die Brote einen köstlichen Duft.

Die Zusammenarbeit ist Teil eines ambitionierten Vorhabens: Lehrkräfte aus Vorpommern und dem polnischen Landkreis Walcz entwickeln gemeinsam einen länderübergreifenden Lehrplan und ein Lehrkochbuch für Gastronomie-Lehrlinge. Auch Auszubildende sind aktiv in die Entwicklung eingebunden.

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Regionale Rezepte und Wissenstransfer

Rund alle drei Monate treffen sich die Projektpartner abwechselnd in Deutschland und Polen. Dabei stehen der Austausch praktischer Fähigkeiten und das Testen landestypischer Traditionsrezepte im Vordergrund. In Torgelow ging es um die Zubereitung von Sauerteigbroten, bei einem geplanten Gegenbesuch in Polen soll später vegetarische Küche thematisiert werden.

„Die Zusammenarbeit ist von großer Bedeutung, um die berufliche Ausbildung auf beiden Seiten der Grenze zukunftsfähig zu gestalten“, betonte Vorpommern-Greifswalds Landrat Michael Sack (CDU). „Durch den Austausch schaffen wir Lernkonzepte, die den regionalen Bezug stärken und den Austausch von Wissen und Erfahrungen fördern.“

Bäcker-Azubis überzeugt von ihrer Berufswahl

Die deutschen Bäcker-Lehrlinge halfen den polnischen Gästen engagiert beim Teigkneten und gaben wertvolle Tipps weiter. Michael Poljakov (24), der seine praktische Ausbildung bei Bäcker Reinhold in Neustrelitz absolviert, ist überzeugt: „Handwerk ist eine gute Sache und wird in Zukunft gebraucht. Wenn man Brot backen kann, hat man etwas Solides.“ Sein jüngerer Kollege Darius Pahl (17) von der Bäckerei Ohm in Wildberg bei Altentreptow strebt sogar den Meistertitel an, um alle Chancen in der Branche zu nutzen.

Lukas Müller (26), Bäcker-Lehrling aus Rostock, kam über Umwege zum Handwerk: „Ich habe Biologie studiert, bis mir klar wurde, dass ich etwas Vernünftiges machen sollte, solange ich jung bin. Als Bäcker weiß man am Ende des Tages, was man geschafft hat.“ Der Umstieg ins Handwerk sei für ihn genau richtig gewesen.

Zukunftsperspektiven und Finanzierung

Im weiteren Verlauf des Projektes werden auch polnische Auszubildende nach Deutschland kommen und umgekehrt. An der Beruflichen Schule in Torgelow werden alle angehenden Konditoren Mecklenburg-Vorpommerns ausgebildet, zukünftige Bäcker lernen neben Torgelow auch in Ludwigslust-Parchim.

Das Projekt „Cooking into the Future“ kostet knapp 1,3 Millionen Euro und wird zu 80 Prozent aus Mitteln des Interreg-Programms finanziert, einer Gemeinschaftsinitiative des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Diese Investition in die grenzüberschreitende Berufsbildung stärkt nicht nur die regionale Gastronomie, sondern fördert auch den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Polen.

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