Dialekt-App der LMU: Forscher zieht positive Bilanz für Münchner Bairisch
Nach knapp einem Jahr Laufzeit zieht der LMU-Wissenschaftler Philip Vergeiner eine Zwischenbilanz zu seiner Dialekt-App, die das Bairische in München genau unter die Lupe nimmt. In einem Interview mit der AZ äußert sich der Forscher überrascht und optimistisch bezüglich der Entwicklung der Sprache in der bayerischen Landeshauptstadt.
Überraschende Erkenntnisse aus den App-Daten
Die gesammelten Daten der App haben Philip Vergeiner dazu gebracht, seine Einschätzung zur Sprachsituation in München zu revidieren. „Die Ergebnisse machen mich deutlich optimistischer, was den Erhalt und die Vitalität des Bairischen in München betrifft“, so der Forscher. Besonders überrascht hat ihn die Vielfalt und Lebendigkeit der dialektalen Ausdrücke, die von den Nutzern eingereicht wurden.
Die App ermöglicht es, sprachliche Phänomene systematisch zu erfassen und zu analysieren. Vergeiner betont, dass die gesammelten Informationen wertvolle Einblicke in den aktuellen Sprachgebrauch liefern. „Wir sehen, dass der Dialekt keineswegs im Verschwinden begriffen ist, sondern in vielen Alltagssituationen aktiv genutzt wird“, erklärt er.
Widerlegung von Vorurteilen durch Daten
Ein zentrales Ergebnis der Forschung ist die Widerlegung eines verbreiteten Vorurteils. Gemeinsam mit seinem Team konnte Vergeiner anhand der App-Daten belegen, dass das Bairische in München nicht nur von älteren Generationen gesprochen wird. „Die Daten zeigen klar, dass auch jüngere Menschen den Dialekt pflegen und in ihren Sprachschatz integrieren“, so der LMU-Forscher.
Dies widerlegt die Annahme, dass Dialekte in urbanen Räumen wie München zunehmend verdrängt werden. Stattdessen deuten die Erkenntnisse auf eine dynamische und anpassungsfähige Sprachkultur hin. Vergeiner sieht darin ein positives Zeichen für den Erhalt lokaler Identität.
Ausblick und weitere Pläne
Die Zwischenbilanz nach einem Jahr zeigt, dass die Dialekt-App nicht nur ein Forschungsinstrument ist, sondern auch das öffentliche Interesse an regionalen Sprachformen stärkt. Philip Vergeiner plant, die Datenerhebung fortzusetzen und die Analyse zu vertiefen. „Unser Ziel ist es, langfristige Trends zu identifizieren und die Entwicklung des Bairischen in München besser zu verstehen“, sagt er.
Die positive Resonanz und die überraschenden Ergebnisse motivieren das Team, die App weiterzuentwickeln und möglicherweise auf andere Regionen auszuweiten. Für München bleibt die Botschaft klar: Der Dialekt ist lebendig und hat eine Zukunft in der Stadt.



