Désirée Nick: Von der Trash-Queen zur Professorin in München
Die Entertainerin Désirée Nick erfindet sich erneut neu und kehrt dabei zu ihren pädagogischen Wurzeln zurück. Die 69-Jährige wurde zur Professorin honoris causa an der Macromedia University in München ernannt und wird dort viermal jährlich Vorlesungen zum "Berufsbild Reality-Star" halten. Parallel startet ihre neue Reality-Show "Die Realitystar Academy" auf Joyn, in der sie als Show-Direktorin 18 Kandidaten durch eine harte Schule des Trash-TV führt.
Von der Religionslehrerin zur Trash-Trainerin
Dass sie einmal im Hörsaal stehen würde, überrascht Nick nicht: "Der Herrgott muss es geahnt haben. Er muss diese Bestimmung und diese Mission von Anfang an für mich geplant haben", sagt sie lachend. In den 1980er Jahren arbeitete sie als Religionslehrerin an Berliner katholischen Schulen und als Jugendseelsorgerin in der Jugendstrafanstalt Plötzensee. Diese prägende Zeit habe ihr beigebracht, Menschen wirklich zuzuhören und zu verstehen – Fähigkeiten, die ihr heute im Reality-TV zugutekommen.
"Ich glaube, ich war vor allem empathisch. Man muss zuhören und Menschen lesen können. Man kann nicht erwarten, dass einem jemand folgt, wenn man ihn nicht versteht. Natürlich hilft einem später auch eine gewisse Strenge", erklärt Nick ihre pädagogische Herangehensweise.
Kritik an der Reality-TV-Branche
Die Entertainerin übt scharfe Kritik an der Entwicklung der Branche. Während früher Persönlichkeiten mit echter Vita in Formate kamen, sieht sie heute eine Generation, die auf Follower und Selbstdarstellung setzt. "Mittlerweile gehen viele für relativ kleines Geld in Reality-Formate, weil sie auf Follower hoffen – und glauben, ihre bloße Präsenz reicht", moniert Nick.
Besonders deutlich wird sie bei ihren Kolleginnen: "Wäre eine Cathy Hummels ohne Ex Mats Moderatorin geworden? Ihr kann ich keinen Vorwurf machen. Sie hat ja selbst eingesehen, dass der Job nichts für sie ist. Der Vorwurf geht an Leute, die so jemanden besetzen". Auch Collien Fernandes erwähnt sie kritisch: "Wäre sie ohne ihren Ex-Mann auf dem 'Traumschiff' gelandet?"
Erstmals als Moderatorin vor der Kamera
Erstmals in ihrer Karriere agiert Désirée Nick als TV-Moderatorin. "Es wird Zeit, dass endlich mal eine Gastgeberin kommt, die auch sprechen kann", sagt sie selbstbewusst. "Wenn man eine Reality-Show moderiert, muss man witzig sein und nicht langweilen – und unterhalten können. Von daher bin ich in diesem Kontext der erste Profi."
Ihr Anspruch an die Kandidaten ist klar: "Viele halten Reality-TV für einen Betriebsausflug, eine Partysause oder Nebenjob. Nein! Das ist ein ernst zu nehmendes Metier, wofür man Kompetenz, Talent und Expertise braucht." Der Gewinner ihrer Academy darf ins Format "Forsthaus Rampensau Germany" einziehen – eine echte Karrierechance statt Geldpreis.
Strenge Mentorin mit Prinzipien
In ihrer neuen Rolle als Professorin und Show-Direktorin bleibt Nick sich treu: "Ich bin fair und streng", sagt sie. "Ich lobe genauso, wie ich kritisiere – und treffe Entscheidungen nicht nach Sympathie, sondern nach Leistung." Unterstützt wird sie von Ex-Dschungelcamper Gigi Birofio als Assistent.
Nick denkt auch an die Zukunft ihrer Schüler: "Für viele ist es wirklich besser, wenn man denen sagt, dass sie etwas Ordentliches lernen sollen. Es gibt auch sehr schöne Jobs in der Theaterrequisite, in der Verwaltung oder im öffentlichen Dienst."
Privates: Vom erfolgreichen Sohn zu neuen Liebesplänen
Bei ihrem eigenen Sohn Oscar (29) musste Désirée Nick nach eigenen Angaben nie streng sein. "Das Welfenhaus hat noch nie einen solchen Diamanten in seinen Kreisen gehabt", sagt sie stolz. Ihr Sohn hat drei Universitätsabschlüsse, war Offizier bei der britischen Armee und arbeitet heute in der Cyber-Security.
Privat setzt sich Nick neue Ziele für 2026: "Ich möchte weniger arbeiten und mein Privatleben mehr genießen – und vielleicht auch wieder mit der Liebe liebäugeln, vielleicht sogar mit einem Mann", verrät sie offen. Interessenten gebe es bereits: "Ich habe mehrere Bewerber und bin derzeit mit Aussieben beschäftigt." Da ihr Privatleben sich hauptsächlich in Großbritannien abspielt, sprechen die aktuellen Anwärter alle Englisch.
Nach Jahren voller Disziplin will sich die 69-Jährige mehr Leichtigkeit erlauben – oder wie sie es selbst formuliert: "I wanna have more fun."



