US-Eliteuniversitäten umwarben Sexualstraftäter Epstein um Millionen-Spenden
Elite-Unis umwarben Epstein um Millionen-Spenden

US-Eliteuniversitäten umwarben verurteilten Sexualstraftäter Epstein um Millionen-Spenden

Der verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) war trotz seiner kriminellen Vergangenheit ein heiß begehrter Geldgeber für Amerikas renommierteste Universitäten. Jetzt veröffentlichte Dokumente enthüllen das erschreckende Ausmaß dieser Verbindungen, die bis in die höchsten akademischen Kreise reichten.

Vertraute Kontakte trotz Verurteilung

Die neu zugänglichen Akten zeigen, wie intim der Umgang zwischen Epstein und zahlreichen Wissenschaftlern wirklich war. Selbst nach seiner ersten Verurteilung im Jahr 2009 hielten viele Professoren engen Kontakt zu dem Millionär. In privaten E-Mails wurde gescherzt, geschmeichelt und Mitgefühl bekundet – ganz so, als handele es sich um einen geschätzten Kollegen statt um einen verurteilten Sexualstraftäter.

Besonders pikant: Als sich Epsteins Haftstrafe dem Ende zuneigte, schrieb ihm der Neurologie-Professor Mark Tramo von der UCLA in Los Angeles: „Nur noch 13 Tage, Kumpel!!!!! – wo und wann steigt die Party?“ Später bot derselbe Wissenschaftler sogar aktive Hilfe beim Wiederaufbau von Epsteins öffentlichem Image an. Heute behauptet Tramo, nichts von den Verbrechen an Minderjährigen gewusst zu haben und sein Verhalten als „Standardvorgehen“ im Umgang mit potenziellen Spendern zu betrachten.

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Strukturelles Problem der Forschungsfinanzierung

Experten sehen in den Enthüllungen ein grundlegendes strukturelles Problem des akademischen Systems. Spitzenforschung ist extrem kostspielig, staatliche Fördergelder sind hart umkämpft. Wer international mithalten will, benötigt private Millionen – und Epstein bot genau das: schnelles Geld ohne bürokratische Hürden plus Zugang zu seinem einflussreichen Netzwerk.

Viele der beteiligten Wissenschaftler betonen heute, sie hätten Epstein lediglich als „potenziellen Spender“ betrachtet, nicht als Freund. Doch die Dokumente zeigen ein anderes Bild: persönliche Vertrautheit, die weit über geschäftliche Beziehungen hinausging.

Who's who der Wissenschaftselite

Die Liste von Epsteins Universitätskontakten liest sich wie ein Who's who der internationalen Naturwissenschaften. Darunter finden sich:

  • Der berühmte Astrophysiker Stephen Hawking (1942-2018)
  • Nobelpreisträger Murray Gell-Mann (1929-2019) und Frank Wilczek (74)
  • Genetik-Pionier George Church (71)
  • Quantenforscher Seth Lloyd (65)

Alle diese gefeierten Wissenschaftler erhielten finanzielle Unterstützung von Epstein oder pflegten engen persönlichen Kontakt. Die bittere Ironie: Epstein selbst hatte sein Physik- und Mathematikstudium ohne Abschluss abgebrochen, kaufte sich später mit seinem Millionenvermögen den Zugang zur wissenschaftlichen Elite.

Harvard, Yale und die Konsequenzen

Die Elite-Universität Harvard erhielt mehr als 9 Millionen Dollar von Epstein – zeitweise verfügte der Sexualstraftäter sogar über ein eigenes Büro auf dem Campus. Auch die renommierte Yale University steht unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass mehrere Professoren Kontakt zu Epstein unterhielten.

Besonders schwerwiegend: Der Informatik-Professor David Gelernter (70) wurde inzwischen vom Lehrbetrieb suspendiert. Grund: Er hatte Epstein Jahre nach dessen Verurteilung eine Studentin für einen Job empfohlen, die er als „sehr zierliche, gut aussehende Blondine“ beschrieb. Diese Empfehlung wirft Fragen nach Grenzüberschreitungen und fehlender Sensibilität auf.

Das Erbe eines toxischen Netzwerks

Die jetzt veröffentlichten Dokumente werfen ein grelles Licht auf die moralischen Abgründe, die sich auftun können, wenn wissenschaftliche Institutionen um jeden Preis nach privaten Fördergeldern jagen. Sie zeigen, wie ein verurteilter Sexualstraftäter systematisch Zugang zur akademischen Elite erkaufen konnte – und wie willig viele Wissenschaftler diese Tür öffneten.

Die Aufarbeitung dieser Verstrickungen wird die betroffenen Universitäten noch lange beschäftigen. Sie müssen nicht nur ihre Vergangenheit bewältigen, sondern auch sicherstellen, dass ähnliche Fehler in Zukunft vermieden werden – unabhängig davon, wie verlockend die finanziellen Angebote sein mögen.

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