Brandenburgs Eltern fordern mehr Personal für Inklusion an Schulen
Der Landeselternrat in Brandenburg hält eine deutliche Personalaufstockung an den Schulen des Bundeslandes für dringend notwendig. Insbesondere die sogenannten multiprofessionellen Teams müssten gestärkt werden, um sowohl Förderschulen als auch die Inklusion an Regelschulen nachhaltig auszubauen. Dies betonte der Vorsitzende Matthias Knoll in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.
Multiprofessionelle Teams als Schlüssel
„Es geht nicht nur um zusätzliche Lehrkräfte, sondern um ein ganzes Bündel an Fachpersonal“, erklärte Knoll. Neben Pädagogen seien insbesondere mehr Sozialarbeiter und Schulpsychologen erforderlich, um auf die wachsenden Herausforderungen zu reagieren. Dazu zählen laut dem Elternvertreter sowohl die steigenden Fälle von Extremismus und Gewalt an Schulen als auch die differenzierte Förderung von Kindern mit unterschiedlichen Begabungen.
Die „Märkische Oderzeitung“ hatte zuvor berichtet, dass die Elternvertreter die derzeitige Inklusionspraxis in einer Sackgasse sehen. Sie setzen sich dafür ein, dass sowohl leistungsschwächere als auch besonders begabte Schüler – eine sogenannte „Elite“ – besser gefördert werden. Der Landeselternrat verwies zudem darauf, dass die Diskussion über eine Stärkung von Ober- und Gesamtschulen noch im Gange ist.
Politische Forderungen nach Reformen
Mehrere Parteien im Landtag unterstützen die Forderungen nach Veränderungen. Die Grünen-Landesvorsitzende Juliana Meyer brachte es auf den Punkt: „Wenn Inklusion nicht gut funktioniert, liegt das nicht an den Kindern, sondern an fehlenden Ressourcen.“ Auch die Linke betonte, dass Kinder mit Förderbedarfen das gleiche Recht auf Bildung haben wie alle anderen Schüler.
Die AfD hält ebenfalls Änderungen für notwendig. Landesvorsitzender René Springer äußerte Bedenken: „Wenn Kinder mit Förderbedarf und leistungsstarke Schüler gemeinsam unterrichtet werden, wird niemand angemessen gefördert.“
Angespannte Haushaltslage erschwert Umsetzung
Die politischen Diskussionen finden vor dem Hintergrund einer schwierigen Finanzsituation statt. SPD und CDU verhandeln nach dem Bruch der SPD/BSW-Koalition derzeit über eine neue Regierungsbildung. Im bereits beschlossenen Doppelhaushalt für die Jahre 2025 und 2026 war die Zahl der Lehrerstellen zwar gesunken, dennoch werden weiterhin Lehrkräfte eingestellt.
Der Landeselternrat besteht darauf, dass das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Förderbedarf besser finanziell unterstützt werden muss. Nur mit ausreichend Personal könne die Inklusion an Brandenburgs Schulen tatsächlich gelingen und allen Schülerinnen und Schülern gerecht werden.



