Führerschein-Bonus: Uckermarker Firma zahlt Azubis mit Fahrerlaubnis 50 Euro mehr
Führerschein-Bonus: Firma zahlt Azubis 50 Euro mehr

Führerschein lohnt sich: Uckermarker Betrieb zahlt Azubis Extra-Geld

In der Uckermark hat ein junger Ukrainer über das Förderprojekt „Perspektive Job“ seinen Traumberuf gefunden. Yevhen Shubert, 20 Jahre alt, absolviert nun eine Ausbildung zum Dachklempner bei der Lau Klempner/Bedachungs GmbH in Ellingen. Sein neuer Arbeitgeber hat ein besonderes Angebot für Auszubildende: Wer im Besitz einer Fahrerlaubnis ist, erhält monatlich 50 Euro zusätzlich.

Vom Praktikum zum Ausbildungsvertrag

„Das will ich wirklich gerne machen!“, sagte sich Yevhen Shubert nach seinem vierten Praktikum. Über das von der Europäischen Union und dem Land Brandenburg geförderte Projekt „Perspektive Job“ fand er den Weg in den Handwerksbetrieb. Bei einem Treffen mit verschiedenen Beteiligten wurde das Programm nun konkret vorgestellt.

Am Tisch saßen neben dem Auszubildenden und Geschäftsführer Christian Lau auch Landrätin Karina Dörk, Michael Steffen vom Jobcenter Uckermark, Katrin Grothe von der Kreishandwerkerschaft sowie Jugendcoach Dirk Lashlee vom Angermünder Bildungswerk. Sie alle diskutierten über Nachwuchsgewinnung im Handwerk.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Führerschein als entscheidender Vorteil

„Ich suchte junge Leute, die arbeiten wollen, gute Deutschkenntnisse natürlich vorausgesetzt“, erklärte Christian Lau. Das Probearbeiten mit Yevhen Shubert habe gefruchtet. Besonders wertvoll ist für den Betrieb, dass der Auszubildende einen Führerschein besitzt und den Arbeitsweg von Gramzow nach Ellingen selbstständig bewältigen kann.

Dirk Lashlee, der die Ausbildungssuche begleitete, betonte: „Es gibt keinen Vertragsabschluss ohne dieses Ausprobieren. Der Arbeitgeber sieht dann, ob der künftige Lehrling ins Team passen würde.“ Nach drei Praktika hätten bereits zwei Unternehmen Interesse an Shubert gezeigt, doch das vierte Angebot bei der Lau GmbH überzeugte ihn schließlich.

Mobilität als Schlüssel für Ausbildungserfolg

„Es melden sich bei uns Betriebe, die bei ‚Perspektive Job‘ gerne mitmachen möchten, aber zu vielen kommt man nicht so einfach mit den Öffentlichen hin“, erläuterte Lashlee. Manchmal helfe eine vor Ort angemietete Wohnung oder die Organisation von Mitfahrmöglichkeiten. Der Führerschein erweise sich dabei als entscheidender Faktor.

Christian Lau geht noch weiter: In seinem Betrieb erhalten Auszubildende mit Fahrerlaubnis monatlich 50 Euro zusätzlich. „Im Nachhinein rentiert sich also ein Teil der Ausgaben dafür“, so der Geschäftsführer. Gleichzeitig forderte er mehr betriebliche Förderung: „Wir brauchen eine Ausbildungsförderung. Für die Ausstattung eines Auszubildenden, für das Material zum Gesellenstück haben wir Ausgaben, die in die Tausende gehen.“

Handwerk sucht nachhaltige Lösungen

Katrin Grothe, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Uckermark, unterstützte diese Forderung: „Das Handwerk zahlt viele Steuern. Eine Ausbildungsförderung sollte nicht pauschal gedacht sein, sondern für die Betriebe, die wirklich ausbilden.“ Damit bekämen auch kleinere Unternehmen die Möglichkeit zur Nachwuchsgewinnung.

Landrätin Karina Dörk betonte die Bedeutung früher Berufsorientierung: „Von der Schule in die Sozialhilfe – das geht einfach nicht.“ Besonders interessant sei für sie, wie bei Berufsmessen junge Leute auf wenig Ältere zugingen und Fragen stellten, um bessere Entscheidungen zu treffen.

Frühkindliche Handwerksförderung geplant

Ein vielversprechender Ansatz ist das Pilotprojekt Werkunterricht in der Grundschule Boitzenburg. „Dazu sind wir im Gespräch mit Potsdam“, informierte Katrin Grothe. „Am 11. März haben wir dort einen Termin, um dieses Unterrichtsfach uckermarkweit einführen zu dürfen, das Interesse für handwerkliches Arbeiten weckt und fördert.“

Das Fazit der Handwerksvertreterin: „Handwerk klagt nämlich nicht, sondern sucht und findet Lösungen.“ Mit Initiativen wie dem Führerschein-Bonus und früher Berufsorientierung will die Branche dem Fachkräftemangel aktiv begegnen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration