Frauen in der Wissenschaft: Gleichstellung in Sachsen-Anhalt noch nicht erreicht
Zu Beginn des Studiums sind Frauen in Sachsen-Anhalt fast genauso stark vertreten wie Männer, doch auf dem Weg zur Professur nimmt ihr Anteil deutlich ab. Das Statistische Landesamt hat aktuelle Zahlen zur Geschlechterverteilung in der akademischen Laufbahn veröffentlicht.
Gute Repräsentation zu Studienbeginn
Mit Blick auf die Verteilung von Männern und Frauen in Sachsen-Anhalt zeigt sich: Frauen sind zu Beginn des Studiums gut repräsentiert. Der Anteil von Frauen zu Beginn der akademischen Karriere entsprach 2024 und 2025 etwa ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung im Land. 50,9 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt sind Frauen. Unter den Studierenden des Wintersemesters 2024/25 und Studierenden im ersten Fachsemester waren 51 Prozent weiblich.
Im Fernstudium (53,4 Prozent) und Teilzeitstudium (53,1 Prozent) waren Frauen sogar leicht überrepräsentiert. In dualen Studiengängen dagegen befanden sie sich mit 44,2 Prozent in der Minderheit.
Abnehmender Frauenanteil im Karriereverlauf
Im Lauf der akademischen Karriere nach Ende des Erststudiums steigt der Anteil der Männer jedoch deutlich an. So waren beispielsweise unter allen Habilitierten nur noch 36,7 Prozent weiblich. Diese Entwicklung fällt mit dem Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft am 11. Februar zusammen.
Wissenschaftsminister Armin Willingmann bewertete die Entwicklung zwar positiv, sieht jedoch weiterhin erheblichen Handlungsbedarf. „Frauen prägen Studium, Forschung und Lehre in Sachsen-Anhalt selbstverständlich mit. Aber gerade auf dem Weg zur Professur sind sie noch immer nicht im gleichen Maße vertreten wie Männer“, erklärte der SPD-Politiker.
Gezielte Förderung geplant
Willingmann betonte: „Gleichstellung ist ein langfristiger Prozess – und wir sind noch nicht am Ziel.“ Sein Ministerium wolle die Entwicklung in Zukunft durch gezielte Förderung positiv beeinflussen. Der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft wurde 2015 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um die Leistungen von Frauen in Wissenschaft und Technologie sichtbar zu machen.
„Vielfalt, Chancengleichheit und gleichberechtigte Teilhabe sind entscheidend für einen leistungsfähigen und zukunftsorientierten Wissenschaftsstandort“, betonte Willingmann anlässlich des Tages. Die Zahlen aus Sachsen-Anhalt zeigen, dass trotz Fortschritten bei der Studienaufnahme noch erhebliche Hürden auf dem Weg zu Spitzenpositionen in der Wissenschaft bestehen.



