Grüne Jugend Sachsen-Anhalt fordert radikale Schulreform: Noten und Sitzenbleiben abschaffen
Die Grüne Jugend Sachsen-Anhalt hat bei ihrer Landesmitgliederversammlung in Halberstadt eine umfassende Kampagne zur anstehenden Landtagswahl im September gestartet. Unter dem Motto „Unsere Zukunft ist jetzt!“ präsentiert der Jugendverband ein ambitioniertes Reformprogramm, das insbesondere das Bildungssystem grundlegend verändern soll.
Bildungssystem im Fokus: Weg mit Noten und Sitzenbleiben
Im Zentrum der Forderungen steht die Abschaffung von Schulnoten und des sogenannten Sitzenbleibens. „Ein Schulsystem, das auf Noten basiert, verstärkt soziale Ungleichheit und setzt junge Menschen unter enormen Leistungsdruck“, erklärte die Sprecherin des Jugendverbands, Laura Dittrich, während der Versammlung. „Wir brauchen eine Lernkultur, die fördert statt aussortiert.“
Die Grüne Jugend argumentiert, dass das aktuelle Bewertungssystem nicht den individuellen Lernfortschritt abbildet und stattdessen auf standardisierte Leistungsmessung setzt. Dies führe zu unnötigem Stress und benachteilige insbesondere Schüler aus bildungsfernen Familien.
Weitere Kernforderungen der Jugendkampagne
Neben der Schulreform umfasst das Wahlkampfprogramm mehrere weitere zentrale Punkte:
- Kostenloser öffentlicher Nahverkehr: Die schrittweise Einführung eines gebührenfreien ÖPNV für alle Bürger, um Mobilität unabhängig vom Einkommen zu gewährleisten.
- Absenkung des Wahlalters: Das aktive Wahlalter soll auf 14 Jahre gesenkt werden, um junge Menschen früher in demokratische Prozesse einzubinden.
- Verpflichtende Jugendparlamente: In allen Städten mit mehr als 25.000 Einwohnern sowie in sämtlichen Kreisstädten sollen feste Jugendvertretungen eingerichtet werden.
Politische Beteiligung junger Menschen stärken
Die Forderung nach Jugendparlamenten unterstreicht den Anspruch der Grünen Jugend, junge Menschen politisch stärker zu beteiligen. „Jugendliche müssen bei Entscheidungen, die ihre Zukunft betreffen, ein echtes Mitspracherecht haben“, betonte Dittrich. Die verpflichtenden Jugendgremien sollen regelmäßig mit kommunalen Entscheidungsträgern zusammenarbeiten und konkrete Vorschläge einbringen können.
Mit der Kampagne positioniert sich die Grüne Jugend Sachsen-Anhalt deutlich als progressive Kraft, die traditionelle Strukturen hinterfragt und alternative Konzepte für Bildung, Mobilität und politische Teilhabe entwickelt. Die Landtagswahl im September wird zeigen, wie viel Resonanz diese Forderungen in der Bevölkerung finden.



