Ilona Jungbluth verabschiedet sich nach 28 Jahren als Schulsozialarbeiterin in Ludwigslust
Ilona Jungbluth: 28 Jahre Schulsozialarbeit in Ludwigslust enden

Eine Ära geht zu Ende: Ilona Jungbluth verlässt nach 28 Jahren das Berufsbildungszentrum

Nach fast 28 Jahren engagierter Tätigkeit hat sich Ilona Jungbluth in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Die Schulsozialarbeiterin wirkte bis Ende Februar am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum des Landkreises Ludwigslust-Parchim am Standort in Ludwigslust. Dort war sie die zentrale Ansprechpartnerin für Schüler, Auszubildende und Lehrkräfte, die sich mit Sorgen und Nöten an sie wandten.

Unterstützung für sozial benachteiligte Jugendliche stand im Mittelpunkt

„Wenn es am schönsten ist, sollte man gehen. Irgendwann muss man den Abschied wagen“, resümiert die 64-Jährige ihre Entscheidung. Seit 2017 war sie für die Volkssolidarität Westmecklenburg-Schwerin tätig und pflegte besonders enge Kontakte zu Jugendlichen aus sozialschwachen Familien. „Es hat mir immer eine Menge bedeutet, genau dort unterstützend tätig zu sein. Dazu war auch der enge Kontakt zu den Eltern von großer Bedeutung“, erklärt Jungbluth. Sie betont, dass sie kein Helfersyndrom habe, aber stets die kleinen, doch so wichtigen Erfolge gesucht habe, die sie als ihre Berufung ansah.

Wandel der Probleme im digitalen Zeitalter

Die Herausforderungen in ihrer Arbeit haben sich über die Jahre deutlich verändert. „Zu meinem Berufsbeginn standen pubertäre Probleme und die Unsicherheit im Erwachsenenwerden im Vordergrund. Aber es wurde miteinander geredet. Der Begriff Cybermobbing hatte da noch keine Bedeutung“, erinnert sich die Sozialarbeiterin. Heute hingegen wirke die Technik ganzheitlich auf das Leben der Jugendlichen ein. „Alle starren auf ihre Handys und nehmen so kaum noch ihre Umwelt mit allen Sinnen wahr. Die Kommunikation untereinander ist eine andere geworden“, stellt Jungbluth fest. Gleichgeblieben sei jedoch der Wunsch vieler Jugendlicher nach Zuneigung und Aufmerksamkeit.

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Netzwerkarbeit und Inklusion als wichtige Säulen

Ein besonderes Anliegen war ihr die Integration hörgeschädigter Jugendlicher, die zeitweise am Bildungszentrum unterrichtet wurden. „Diese über Inklusion erfolgreich zu integrieren, war ein nicht leichter, aber immer lohnender Weg“, so Jungbluth. Die Unterstützung durch professionelle Partner bei Konflikt- und Problemlösungen bestärkte sie darin, ihr Netzwerk ständig zu erweitern, auch über den Landkreis Ludwigslust-Parchim hinaus. „Darum war es mir ein Anliegen, mich auf besonderer Weise von langjährigen Wegbegleitern würdig zu verabschieden“, erklärt sie.

Aktiver Ruhestand mit Reisen, Sport und Natur

Der Abschied vom Berufsleben öffnet die Tür zu einem aktiven Ruhestand. Ilona Jungbluth plant Reisen, mehr Zeit mit der Familie, die Teilnahme an Sportgruppen, Kurse bei der Volkshochschule und ausgiebiges Lesen. „Dabei möchte ich es einfach genießen, vor allem auch frei zu sein in den Entscheidungen“, sagt sie. Gemeinsam mit ihrem Mann verbindet sie die Leidenschaft für ausgiebige Fahrradtouren, Wandern, die intensive Wahrnehmung der Natur und die Hobbyimkerei – Aktivitäten, die beide seit Jahren glücklich machen.

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