Barrierefreiheit in Schulen: Ex-Schülerin kämpft für Aufzug im Domgymnasium Merseburg
Bildung in Merseburg droht, zu einem körperlichen Privileg zu werden, warnt eine frühere Schülerin des Domgymnasiums. Mary-Ann Cècile, die selbst schwerbehindert ist, kämpfte jahrelang darum, an dieser Schule ihr Abitur ablegen zu können – denn einen Aufzug gab es dort nicht. Diese Situation spiegelt sich in vielen Schulen im Saalekreis wider, wo Barrierefreiheit oft noch ein Fremdwort ist.
Jahrelanger Kampf für Bildungsgerechtigkeit
Mary-Ann Cècile, die nach intensivem Ringen doch noch am Domgymnasium Merseburg ihr Abitur machen konnte, setzt sich nun mit Nachdruck dafür ein, dass ihre ehemalige Schule endlich einen Fahrstuhl erhält. Die Studentin, die in Halle Kunst und Geschichte auf Lehramt studiert, hat ihre persönlichen Erfahrungen in einer Ausstellung verarbeitet. Ein bemerkenswertes Exponat zeigt den Satz „Junge, das ist soo behindert“ in pinken Buchstaben auf lila Grund – wobei das Wort „behindert“ durchgestrichen und durch „ableistisch“ ersetzt wurde.
Kritik am fehlenden politischen Willen
Der Behindertenverband übt scharfe Kritik an der aktuellen Situation. Es fehle an politischem Willen, um Barrierefreiheit in Schulen nachhaltig umzusetzen. Der Saalekreis bittet indes um Geduld und verweist auf laufende Planungen. Doch für Betroffene wie Mary-Ann Cècile ist Geduld keine Option mehr. Barrierefreiheit muss endlich als grundlegendes Bildungsrecht anerkannt werden, fordert sie.
Die aktuelle Lage im Saalekreis
Viele Schulen in der Region stehen vor ähnlichen Herausforderungen:
- Fehlende Aufzüge und Rampen
- Ungenügende sanitäre Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen
- Mangelnde Sensibilisierung für Inklusionsthemen
Perspektiven für die Zukunft
Die Diskussion um Barrierefreiheit im Domgymnasium Merseburg hat eine breitere Debatte über Bildungsgerechtigkeit in Sachsen-Anhalt ausgelöst. Es geht nicht nur um bauliche Maßnahmen, sondern um ein grundsätzliches Umdenken. Schulen müssen für alle zugänglich sein, unabhängig von körperlichen Einschränkungen. Die Initiative von Mary-Ann Cècile zeigt, dass Veränderung möglich ist – wenn der politische Wille vorhanden ist.



