Sprachförderung: Kindergartenpflicht ab 3 Jahren für Kinder ohne Deutschkenntnisse gefordert
Kindergartenpflicht ab 3 Jahren für nicht-deutschsprachige Kinder

Sprachdefizite in Grundschulen: Kindergartenpflicht ab drei Jahren als Lösung gefordert

In deutschen Grundschulen steigt die Zahl der Kinder, die zu Hause kaum oder gar nicht Deutsch sprechen, kontinuierlich an. Dieses Problem, das so alt ist wie die Einwanderung nach Deutschland, erfordert dringend wirksame Gegenmaßnahmen. Experten fordern nun eine verpflichtende Kindergartenpflicht ab dem dritten Lebensjahr für alle Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse.

Das Problem der mangelnden Sprachkenntnisse

Viele Kinder verstehen nicht, was im Unterricht geschieht, weil sie die deutsche Sprache nicht beherrschen. Dieses Problem begann mit den Gastarbeitern und ihren Kindern und setzt sich bis heute fort. Trotz zahlreicher Experimente und Ansätze gibt es bislang kein überzeugendes Rezept für eine nachhaltige Lösung. Immer wieder wurden vielversprechende Ansätze aufgrund fehlender finanzieller Mittel eingestellt.

Mit der Zuwanderung außereuropäischer Flüchtlinge hat sich die Situation zusätzlich verschärft. Deren Sprachen sind mit dem Deutschen nicht verwandt, und oft unterscheiden sich auch ihre Bildungsideen erheblich. Als Antwort auf diese Herausforderungen wird eine dreifache Strategie vorgeschlagen:

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  • Verpflichtender Kindergartenbesuch für nicht-deutschsprachige Kinder ab dem dritten Lebensjahr
  • Verpflichtende Deutschkurse für die Eltern
  • Regelmäßige Fortbildungen für Erzieher und Lehrerinnen im Bereich Spracherziehung

Nordrhein-Westfalen: Zu wenig, zu spät

Die mangelnde Bereitschaft, ausreichend Geld in die Hand zu nehmen, zeigt sich deutlich am Beispiel Nordrhein-Westfalens. Dort verfügt jedes dritte Kind eines jeden Jahrgangs nicht über ausreichende Sprachkenntnisse für eine sinnvolle Unterrichtsteilnahme. Ab 2028 plant die Landesregierung, diesem Zustand mit wöchentlich zweimal zwei Pflichtstunden für Fünfjährige in sogenannten "ABC-Klassen" zu begegnen.

Diese vier Stunden pro Woche sind jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, kritisieren Experten. Den Rest der Zeit sind die Kinder mit Förderbedarf weiterhin ihrem anderssprachigen Umfeld ausgesetzt. Die Mütter sprechen oft kein Deutsch, die Geschwister ebenfalls nicht, und auch die Nachbarschaft ist häufig mehrsprachig, aber kaum deutschsprachig geprägt.

Vorbilder aus England und Mississippi

In England und Wales besuchen annähernd 100 Prozent der Vierjährigen vorschulische Einrichtungen. Seit 2002 ist die Vorschulerziehung im "Education Act" fest im nationalen Schulkonzept verankert. Das "Early Years Foundation Stage Curriculum" für drei- bis fünfjährige Kinder bindet alle Einrichtungen – ob privat oder staatlich – an verbindliche Standards.

Die britischen Vorschulgruppen zeichnen sich durch eine ausgewogene Mischung aus Spiel und frühem Lernen aus. Buchstaben und Zahlen spielen eine große Rolle, und jedes Kind lernt früh, seinen Namen zu erkennen und bald auch zu schreiben. Sprachliche Entwicklung, mathematisches Verständnis, Kreativitätsförderung und physische Entwicklung sind zentrale Lernziele.

In den USA hat Mississippi einen bemerkenswerten Aufstieg geschafft. Der Bundesstaat lag beim Lesen lange auf Platz 49 und hat sich inzwischen auf Platz 9 verbessert. Dieser Erfolg basiert nicht auf erhöhten finanziellen Mitteln, sondern auf einer Rückkehr zum Wesentlichen: dem Phonik-System, bei dem einzelne Laute ihren geschriebenen Buchstaben zugeordnet werden.

Kosten und Nutzen einer frühen Förderung

Bereits jetzt gehen 15 Prozent der Schüler in Nordrhein-Westfalen fünf Jahre in die Grundschule statt der vorgesehenen vier Jahre. Jedes Grundschuljahr kostet pro Kind etwa 8.000 Euro – eine Summe, die sich schnell zu Millionenbeträgen addiert. Schuleingangsuntersuchungen sollten daher nicht erst bei Fünfjährigen, sondern bereits bei Vierjährigen ansetzen.

Kritiker argumentieren, Kinder sollten möglichst lange Kind sein und spielen dürfen. Doch Kinder sind von Natur aus neugierig, und ihre jungen Gehirne sind wie Schwämme, die Wissen aufsaugen. Wenn man sie herausfordert, nehmen sie meist alles mit Interesse auf.

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Die Investition in frühe Sprachförderung ist nicht nur eine Frage der Bildungsgerechtigkeit, sondern auch des wirtschaftlichen Eigeninteresses. Es gilt, aus den kleinen Zuwanderern nicht zukünftige Bürgergeldempfänger, sondern erfolgreiche Mitglieder der Gesellschaft zu machen. Die Vorschulerziehung und -betreuung sollte angesichts der Masseneinwanderung längst zum Pflichtprogramm geworden sein.