Neubau der Kunsthochschule Halle verzögert sich deutlich – Baubeginn erst 2027 möglich
Der geplante Neubau für die renommierte Burg Giebichenstein Kunsthochschule in Halle wird sich erheblich verzögern und damit die ursprünglichen Zeitpläne deutlich überschreiten. Nach aktuellen Informationen der Hochschulsprecherin wird der Baubeginn vorbehaltlich einer parlamentarischen Entscheidung nun für Oktober 2027 angestrebt, während frühere Planungen noch eine Fertigstellung des Gebäudes im Jahr 2027 vorsahen.
Fertigstellung frühestens 2030 erwartet
Inzwischen gilt die ursprüngliche Zeitplanung als nicht mehr realistisch. Abhängig vom weiteren Projektverlauf rechnet die Kunsthochschule aktuell nicht vor dem Jahr 2030 mit einer Fertigstellung des dringend benötigten Neubaus. Diese Verzögerung betrifft insbesondere den Kunstbereich der Hochschule, der in dem neuen Gebäude untergebracht werden soll.
Die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle zählt zu den bedeutendsten Kunsthochschulen Deutschlands und beherbergt derzeit über 1.000 Studierende aus dem In- und Ausland. Der geplante Neubau soll dringend benötigte Räumlichkeiten für den künstlerischen Bereich schaffen.
Kostenplanung und Finanzierung
Nach aktuellem Planungsstand belaufen sich die Gesamtkosten für den Neubau auf rund 41 Millionen Euro, zuzüglich der Kosten für die Ersteinrichtung. Davon sollen vier Millionen Euro aus Rücklagen der Kunsthochschule selbst finanziert werden. Ursprüngliche Kalkulationen lagen bei über 53 Millionen Euro, wurden jedoch vom Land Sachsen-Anhalt als unwirtschaftlich abgelehnt.
Planungsänderungen und aktuelle Vorbereitungen
Grundlage für die anstehende Entscheidung im Finanzausschuss des Landtages Sachsen-Anhalt bleibt ein Neubau ohne Unterkellerung. Zudem ist anstelle einer ursprünglich geplanten Mensa nun eine Cafeteria vorgesehen. Trotz der unklaren Fertigstellungstermine bereitet die Kunsthochschule bereits erste Maßnahmen vor:
- Umzüge aus einem auf dem Baugrundstück befindlichen Gebäude, das abgerissen werden soll
- Abschluss der Umzüge bis zum Ende des Sommersemesters 2026 geplant
- Bauvorbereitende Arbeiten wie Abbruchmaßnahmen und archäologische Untersuchungen ab November 2026 vorgesehen
Geplante Nutzfläche und Einrichtungen
Das geplante Atelier- und Werkstattgebäude soll eine Fläche von rund 3.300 Quadratmetern umfassen. Dazu gehören unter anderem:
- Eine „Burg Galerie“ für Ausstellungen
- Seminarräume für das Lehramtsstudium
- Ateliers und Werkstätten für die künstlerische Arbeit
Änderungen am grundsätzlichen Nutzungskonzept sind nach Angaben der Hochschule nicht vorgesehen. Der Finanzausschuss des Landtages Sachsen-Anhalt wird in seiner Februarsitzung über das gesamte Vorhaben entscheiden und damit den Weg für den lang erwarteten Neubau ebnen oder weitere Verzögerungen verursachen.
Die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle steht damit vor einer entscheidenden Phase, die über die zukünftige räumliche Situation der traditionsreichen Institution bestimmen wird. Die Verzögerungen stellen eine besondere Herausforderung für den Lehrbetrieb und die über 1.000 Studierenden dar, die auf moderne Atelier- und Werkstattflächen angewiesen sind.



