Brandenburgs Lehrer klagen gegen zusätzliche Unterrichtsstunde ab März
Lehrer klagen gegen Zusatzstunde in Brandenburg

Brandenburgs Lehrer klagen gegen zusätzliche Unterrichtsstunde ab März

Die Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Brandenburg bereitet derzeit rechtliche Schritte gegen die seit diesem Monat geltende wöchentliche Unterrichtsmehrstunde für Lehrkräfte vor. Der Landesvorsitzende Günther Fuchs kündigte an, dass bereits im März die ersten Klagen vor Arbeits- und Verwaltungsgerichten eingereicht werden sollen.

GEW bereitet Individualklagen vor

„Wir sind gerade dabei, Individualklagen der Lehrerinnen und Lehrer vorzubereiten“, erklärte Fuchs gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Gewerkschaft sieht in der zusätzlichen Stunde eine erhebliche Zusatzbelastung für das pädagogische Personal. Bereits zuvor hatte die GEW gegen die Maßnahme geklagt, über diese Klage wurde jedoch noch nicht entschieden.

Umfang der betroffenen Lehrkräfte

Laut Angaben des Bildungsministeriums betrifft die Regelung faktisch etwa 60 Prozent aller Lehrkräfte im Land Brandenburg. Ausgenommen von der Mehrstunde bleiben Lehrer an Förderschulen, Berufsschulen und sozialen Brennpunktschulen. Die betroffenen Pädagogen sollen an anderer Stelle entlastet werden, um die zusätzliche Arbeitsbelastung auszugleichen.

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Bildungsministerium verweist auf Entlastungen

Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) betonte, dass umfangreiche Erleichterungen für die Lehrkräfte eingeführt wurden. Zu diesen Maßnahmen gehören:

  • Keine verpflichtenden Lernentwicklungsgespräche mehr in den ersten und zweiten Klassen
  • Entfall der Pflicht zur Facharbeit in neunten Klassen
  • Keine zentrale Prüfung der zehnten Klassen an Gymnasien mehr
  • Im Schuljahr 2026/2027 entfällt das Erstellen von Grundschulgutachten

Proteste und rechtliche Auseinandersetzung

Die Einführung der Zusatzstunde hatte bereits im Vorfeld für erhebliche Proteste unter den Lehrkräften gesorgt. Die GEW kritisiert, dass die angekündigten Entlastungsmaßnahmen nicht ausreichend seien, um die zusätzliche Arbeitsbelastung zu kompensieren. Die bevorstehenden Klagen markieren einen neuen Höhepunkt in der Auseinandersetzung um die Arbeitsbedingungen im brandenburgischen Bildungssystem.

Die Situation bleibt angespannt, da sowohl die Gewerkschaft als auch das Bildungsministerium auf ihren Positionen beharren. Während die GEW die Mehrstunde als unzumutbare Belastung ansieht, betont das Ministerium die Notwendigkeit der Maßnahme im Rahmen der allgemeinen Schulorganisation und verweist auf die gleichzeitigen Erleichterungen im administrativen Bereich.

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