Porno-Vorfall bei Schulprojekt: Verband bedauert und Polizei ermittelt
Nach dem Abbruch einer Projektwoche an einer Oberschule in der sächsischen Lausitz ermittelt die Polizei intensiv, ob im Klassenzimmer strafbare pornografische Inhalte gezeigt wurden. Der Vorfall, der sich bereits im März ereignet hat, sorgt für erhebliche Aufregung und hat weitreichende Konsequenzen nach sich gezogen.
Versehentlich pornografisches Material bei Bastelaktion
Während eines Theaterprojekts an der Schule in Ostsachsen soll Neuntklässlern pornografisches Material präsentiert worden sein. Micki Börchers, Bundesvorsitzende der Jugendorganisation „Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken“, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass beim Erstellen einer Collage zum Thema Mut den Schülerinnen und Schülern gespendete Bastelmaterialien wie Hefte und Zeitschriften zur Verfügung gestellt worden seien.
„Darunter war versehentlich ein Magazin, welches Bilder von sexuellen Darstellungen und nackten Personen beinhaltete“, so Börchers. Nachdem einige Schüler dies entdeckt hatten, hätten die beiden Verantwortlichen das Magazin sofort an sich genommen und die Geschehnisse eingeordnet.
Verband zeigt Bedauern und ergreift Konsequenzen
Der Verband äußerte sein tiefes Bedauern über den Vorfall. „Wir bedauern, dass dieses Magazin Teil von den zur Verfügung gestellten Materialien war und dies zu Unwohlsein bei den Jugendlichen geführt haben kann“, betonte Börchers. Dies entspreche nicht den Standards des Verbandes. Als unmittelbare Konsequenz wurden die Verantwortlichen des Schulworkshops von ihren Aufgaben entbunden. „Die Teamer*innen des Schulworkshops haben aktuell keinerlei Verantwortlichkeiten mehr.“
Das Projekt fand unter der Trägerschaft des SJD Landesverbandes Berlin statt. Der Vorfall wird nun umfassend aufgearbeitet, um ähnliche Vorkommnisse in Zukunft zu verhindern.
Polizeiliche Ermittlungen und weitere Konsequenzen
Parallel dazu ermittelt die Polizei wegen des Verdachts des Verbreitens pornografischer Inhalte an Minderjährige gegen zwei weibliche Tatverdächtige im Erwachsenenalter. Mehrere Eltern hatten nach dem Vorfall Strafanzeige gestellt, was die Ermittlungen in Gang setzte.
Die Schulleitung reagierte prompt und brach das Projekt noch am selben Tag ab. Zudem wurde der Dienstleistungsvertrag mit den Projektverantwortlichen gekündigt. Auch die Amadeu Antonio Stiftung, die sich für Minderheiten und Menschenrechte einsetzt, hat die Förderung für das Theaterprojekt mittlerweile eingestellt.
Der Fall unterstreicht die sensiblen Anforderungen bei der Arbeit mit Jugendlichen in schulischen Projekten und die Notwendigkeit strenger Kontrollen bei verwendeten Materialien.



