Sachsen-Anhalt führt Praxislerntage ein: Ein Schultag pro Woche im Betrieb
Praxislerntage: Ein Schultag pro Woche im Betrieb

Sachsen-Anhalt startet flächendeckende Praxislerntage an Sekundarschulen

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt plant eine deutliche Stärkung der beruflichen Orientierung für Schülerinnen und Schüler. Ein neues Modell sieht vor, dass Sekundarschüler ab der siebten Klasse künftig einen Tag pro Woche nicht im klassischen Unterricht verbringen, sondern stattdessen in regionalen Betrieben praktische Erfahrungen sammeln sollen. Dieses sogenannte „4+1-Modell“ soll den Schulen im gesamten Bundesland flächendeckend angeboten werden.

Ministerpräsident Schulze treibt Berufsorientierung voran

Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) hat die Initiative persönlich angekündigt und betont die Bedeutung frühzeitiger Einblicke in die Arbeitswelt. „Wir wollen jungen Menschen bereits während der Schulzeit reale Berufserfahrungen ermöglichen“, erklärte der Regierungschef. Das Konzept zielt darauf ab, die Lücke zwischen theoretischer Bildung und praktischer Anwendung zu schließen und Schüler besser auf ihren späteren Berufsweg vorzubereiten.

Reaktionen aus der Wirtschaft abwarten

Die Umsetzung des Modells hängt maßgeblich von der Bereitschaft der regionalen Unternehmen ab, die die Schüler an ihren Praxislerntagen betreuen sollen. Bislang liegen noch keine flächendeckenden Rückmeldungen aus der Wirtschaft vor, wie das Vorhaben aufgenommen wird. Experten erwarten jedoch, dass viele Betriebe die Chance nutzen könnten, frühzeitig potenzielle Auszubildende kennenzulernen und zu fördern.

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Struktur und Ziele der Praxislerntage

Die geplanten Praxislerntage sollen wie folgt organisiert werden:

  • Vier Tage pro Woche regulärer Unterricht in der Sekundarschule
  • Ein fester Tag pro Woche für den Besuch eines Betriebs
  • Beginn ab der siebten Klasse, um frühzeitige Orientierung zu ermöglichen
  • Fokussierung auf praktische Tätigkeiten und Berufserkundung

Das Modell soll nicht nur die Berufswahlkompetenz der Schüler stärken, sondern auch die Attraktivität dualer Ausbildungswege erhöhen. Durch die regelmäßige Präsenz in Betrieben können Jugendliche verschiedene Berufsfelder kennenlernen und realistische Vorstellungen ihrer späteren Tätigkeit entwickeln.

Herausforderungen und nächste Schritte

Für die erfolgreiche Implementierung müssen noch einige Hürden überwunden werden. Dazu gehören die Koordination zwischen Schulen und Betrieben, die Sicherstellung eines pädagogischen Rahmens für die Praxislerntage sowie die Klärung rechtlicher und versicherungstechnischer Fragen. Die Landesregierung plant nun Gespräche mit Wirtschaftsverbänden und Schulvertretern, um das Modell konkret auszugestalten und zeitnah einzuführen.

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