Sachsen-Anhalt führt Praxislerntage ein: Ein Schultag pro Woche im Betrieb
Praxislerntage in Sekundarschulen: Ein Tag pro Woche im Betrieb

Sachsen-Anhalt stärkt Berufsorientierung mit neuem Schulmodell

In Sachsen-Anhalt soll die Berufsvorbereitung für Schülerinnen und Schüler deutlich intensiviert werden. Ein innovatives Konzept sieht vor, dass Sekundarschüler ab der siebten Klasse künftig einen Tag pro Woche nicht im Klassenzimmer, sondern direkt in Betrieben verbringen. Dieses sogenannte 4+1-Modell – vier Tage Unterricht, ein Tag Praxis – soll den Jugendlichen frühzeitig Einblicke in verschiedene Berufsfelder ermöglichen und die Berufswahl erleichtern.

Flächendeckende Einführung geplant

Ministerpräsident Sven Schulze von der CDU hat angekündigt, das Modell allen Sekundarschulen im Bundesland zugänglich zu machen. „Wir wollen die Brücke zwischen Schule und Arbeitswelt stärker schlagen“, betonte der Regierungschef. Die Initiative zielt darauf ab, die oft als zu theoretisch kritisierte Berufsorientierung praxisnäher zu gestalten und den Fachkräftemangel langfristig zu bekämpfen.

Reaktionen aus der Wirtschaft abwarten

Während die bildungspolitischen Ziele klar sind, bleibt die Frage, wie die Wirtschaft auf die zusätzliche Betreuungsaufgabe reagiert. Unternehmen müssten nicht nur Plätze bereitstellen, sondern auch pädagogisch geschultes Personal für die Anleitung der Schüler einsetzen. Experten sehen sowohl Chancen als auch Herausforderungen:

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  • Vorteile: Frühe Bindung potenzieller Auszubildender, Imagegewinn für Betriebe
  • Herausforderungen: Organisatorischer Aufwand, zusätzliche Ressourcen

Die Landesregierung plant Unterstützungsmaßnahmen für teilnehmende Betriebe, darunter finanzielle Förderungen und Schulungsangebote. Ein Pilotprojekt an ausgewählten Schulen soll noch in diesem Jahr starten, bevor das Modell ab 2027 schrittweise ausgeweitet wird.

Bildungsexperten begrüßen praxisnahen Ansatz

Pädagogen und Berufsberater zeigen sich überwiegend positiv. „Dieser direkte Kontakt zur Arbeitswelt ist unersetzlich für eine realistische Berufswahl“, erklärt eine Bildungsexpertin. Kritiker warnen jedoch vor einer Überlastung der Schüler und mahnen an, dass der schulische Lehrplan trotz des Praxistages vollständig abgedeckt werden muss.

Das Land Sachsen-Anhalt setzt mit dieser Initiative ein deutliches Zeichen für die Stärkung der dualen Ausbildung und gegen die Akademisierungstendenzen im Bildungssystem. Ob das Modell Schule macht und auch andere Bundesländer inspiriert, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

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