Putins Rekrutierungskampagne an Universitäten: Lockangebote für Drohneneinheit als Front-Falle?
Putins Rekrutierung an Unis: Drohneneinheit als Front-Falle?

Putins umstrittene Rekrutierungskampagne an russischen Hochschulen

Die russische Regierung intensiviert ihre Bemühungen um neue Soldaten für den Krieg in der Ukraine mit einer umfassenden Werbekampagne an Universitäten. Laut NATO-Angaben sind bereits etwa 350.000 russische Soldaten in dem Konflikt ums Leben gekommen. Präsident Wladimir Putin (73) setzt nun verstärkt auf junge Akademiker als Rekrutierungszielgruppe.

Verlockende Angebote für Studenten

An 195 russischen Universitäten, darunter der renommierten Plechanow-Wirtschaftsuniversität in Moskau und der Universität St. Petersburg, werden seit Januar spezielle Ein-Jahres-Verträge für den Dienst in Drohneneinheiten beworben. Die Kampagne präsentiert sich mit heroischen, KI-generierten Bildern und verspricht attraktive Konditionen.

Die Werbung lockt mit einem Jahresgehalt von 5 Millionen Rubel (etwa 55.000 Euro) – deutlich über dem russischen Durchschnittsgehalt von 18.300 Euro. Zusätzlich werden 35 Tage Urlaub, erlassene Studiengebühren und die Garantie einer pünktlichen Studienabschluss ohne Verzögerungen in Aussicht gestellt. Gesucht werden vor allem Männer zwischen 18 und 45 Jahren ohne Vorstrafen und in guter gesundheitlicher Verfassung.

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Experten warnen vor versteckten Risiken

Der russische Anwalt Artem Klyga (28), Spezialist für humanitäres Völkerrecht und Militärrecht, warnt jedoch vor den vermeintlich sicheren Verträgen. Klyga, der 2023 aus Russland floh, um nicht selbst eingezogen zu werden, erklärt: „Ich bin mir sicher, dass es sich um eine Falle handelt. Sie haben nicht mehr genug Leute für den Dienst an der Front und versuchen, mit neuen Rekrutierungsmethoden junge Menschen anzuwerben.“

Laut Klygas Informationen handelt es sich bei den Verträgen um Standardverträge mit dem russischen Verteidigungsministerium, die seit Februar 2022 unbefristet sind. „Für die sichere Arbeit bei der Drohneneinheit gibt es keine Garantie. Die Studenten können auch in andere Einheiten geschickt werden. Und landen dann auch direkt an der Front“, so der Experte.

Kritik von Oppositionellen

Das Team des verstorbenen russischen Oppositionellen Alexej Nawalny äußert sich ebenfalls kritisch zu der Kampagne. Auf der Plattform X warnen sie: „In der Praxis handelt es sich nicht um ‚sichere‘ Truppen, sondern um einen Standardvertrag mit dem Verteidigungsministerium: Nach der Unterzeichnung können die Studierenden jeder Einheit zugeteilt werden, auch an die Front. Genauso sieht die verdeckte Mobilisierung junger Menschen heutzutage aus.“

Die Rekrutierungsbemühungen zeigen, wie dringend Russland nach neuen Soldaten sucht, um die hohen Verluste im Ukraine-Krieg zu kompensieren. Während die Werbekampagne an den Universitäten mit akademischen Vorteilen und finanziellen Anreizen lockt, bleiben die tatsächlichen Einsatzbedingungen und Risiken für die jungen Rekruten unklar.

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