Mallisser Bergmanns-Tropfen kehrt zurück: Kräuterschnaps neu aufgelegt
Mallisser Bergmanns-Tropfen: Wiedergeburt eines Kräuterschnapses

Wiedergeburt eines Traditionsgetränks

Ein Stück mecklenburgische Bergbaugeschichte kehrt zurück: Der Mallisser Bergmanns-Tropfen, ein traditionsreicher Kräuterschnaps, wird zum Pfingstfest neu aufgelegt. Der Gewerbeverein Malliß hat gemeinsam mit dem Vielanker Brauhaus das Getränk wiederbelebt, das an die lange Bergbautradition der Region erinnert.

„Wir wollten die Tradition nicht sterben lassen“, erklärt Volker Sielaff, stellvertretender Vorsitzender des Gewerbevereins. Der Tropfen wurde früher von einem Hersteller aus Nordrhein-Westfalen produziert, doch von jener Charge existieren nur noch wenige Flaschen. Der Verein suchte daher einen regionalen Produzenten und fand ihn im nahegelegenen Vielanker Brauhaus.

Die Entwicklung des neuen Tropfens

Braumeister Bastian Mikolayczyk und sein Team entwickelten über ein halbes Jahr hinweg die Rezeptur. Nach mehreren Verkostungen und Abstimmungen mit dem Gewerbeverein stand fest: Es sollte ein milder Kräuterlikör werden. Herausgekommen ist ein Getränk mit 32 Volumenprozent Alkohol, das fruchtig und würzig schmeckt. „Orangen und Zitronen sind deutlich herauszuschmecken“, verrät Mikolayczyk, ohne die genaue Rezeptur preiszugeben. Eine Verwandtschaft zum ebenfalls existierenden Vielanker Kräuter sei nicht zu leugnen, doch dieser sei mit 38 Prozent Alkohol deutlich stärker.

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Verkaufsstart und Verfügbarkeit

Die erste Charge umfasst 365 Halbliterflaschen. Ab Pfingsten können Interessierte den Bergmanns-Tropfen in der Mallisser Tankstelle, im örtlichen Edeka, auf dem Campingplatz sowie im Infozentrum „Mallisser Industrie Kultur“ erwerben. Der Preis pro Flasche beträgt 17,70 Euro. Die Flasche selbst ist bauchig und edel gestaltet, ideal als regionales Geschenk oder Mitbringsel. Zusätzlich wird künftig an jeder Flasche ein Säckchen mit Stücken der Mallisser Braunkohle hängen, das von Vereinsmitgliedern in Handarbeit gefertigt wird.

Blick in die Zukunft

Der Gewerbeverein denkt bereits über kleinere Flaschen nach, die bei Partygästen beliebt sind. Ob diese Idee umgesetzt wird, hängt vom Umsatz in den kommenden Wochen ab. Mit jedem verkauften Tropfen bleibt die Erinnerung an die Bergmannsarbeit lebendig, die einst die Region prägte.

Historischer Hintergrund

Der Bergbau in Malliß blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits 1304 wurde in der Saline Conow Salz abgebaut, Mitte des 16. Jahrhunderts begann der Tonbergbau, und um 1817 wurde im Friedrich-Franz-Feld mit dem untertägigen Braunkohleabbau gestartet. Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden weitere Stollen bei Conow, und 1875 wurde der Marienstollen eingeweiht. Die Braunkohleförderung wurde 1926 vorübergehend eingestellt, erlebte aber nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund der Brennstoffknappheit eine Renaissance. In Spitzenzeiten wurden jährlich knapp eine Million Tonnen gefördert, bis die Zeche 1960 endgültig schloss.

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