Köthener Ratke-Schule: Lüfter für Aula und Neubaupläne im Fokus des Stadtrats
Ratke-Schule Köthen: Stadtrat diskutiert Lüfter und Neubau

Stadtrat Köthen debattiert über Zukunft der naphthalinbelasteten Ratke-Schule

Im Stadtrat von Köthen steht die Zukunft der Grundschule „Wolfgang Ratke“ im Mittelpunkt einer hitzigen Debatte. Ein Antrag der AfD-Fraktion hat die Diskussion über den Umgang mit der seit Jahren durch den Schadstoff Naphthalin belasteten Schule neu entfacht. Die zentrale Frage lautet: Können Lüftungsanlagen in der gesperrten Aula eine temporäre Lösung bieten, oder bleibt der bereits beschlossene Neubau die einzige nachhaltige Option?

Lüfter als mögliche Interimslösung für die Aula

Die Interessengemeinschaft Bauen, Wohnen, Köthen (IG BWK) hat einen konkreten Vorschlag eingebracht. Sie beantragt die Installation spezieller Lüftungsanlagen in der Aula, um die Naphthalin-Konzentration in der Luft zu reduzieren und den Raum wieder nutzbar zu machen. Die Aula ist seit über sechs Jahren aufgrund der Schadstoffbelastung vollständig gesperrt, was den Schulalltag für rund 180 Schüler und ihre Lehrer erheblich einschränkt.

Für diese Lösung spricht, dass sie vergleichsweise schnell und kostengünstig umsetzbar wäre. Die Schüler könnten so zumindest teilweise wieder auf den großen Versammlungsraum zugreifen, der für schulische Veranstaltungen und Feierlichkeiten unverzichtbar ist. Gegen die Lüfterlösung argumentieren Kritiker jedoch mit der anhaltenden Gesundheitsgefahr. Naphthalin, ein giftiger und krebserregender Stoff, könnte trotz Belüftung in Restkonzentrationen verbleiben und insbesondere für Kinder ein Risiko darstellen.

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Besuch des Bildungsministers unterstreicht Dringlichkeit

Die Aktualität des Themas wurde erst kürzlich durch den Besuch von Bildungsminister Jan Riedel am 20. Februar unterstrichen. Bei seinem Termin besichtigte der Minister auch die gesperrte Aula, was die anhaltende Problematik und die Notwendigkeit einer zügigen Lösung verdeutlichte. Die Bilder der Besichtigung, aufgenommen von U. Nicklisch, zeigen die leeren und ungenutzten Räumlichkeiten, die ein Symbol für die seit Jahren schwelende Krise sind.

Neubau bleibt langfristige Herausforderung

Parallel zur Diskussion über die Lüfterlösung steht der bereits beschlossene Neubau der Wolfgang-Ratke-Schule weiterhin im Raum. Dieser stellt jedoch eine erhebliche finanzielle und planerische Herausforderung dar. Wann genau mit den Bauarbeiten begonnen werden kann und wie die Finanzierung gesichert wird, sind Fragen, die der Stadtrat noch klären muss. Die Schüler und Lehrer müssen vorerst weiterhin im Altbau ausharren, der trotz aller Maßnahmen nicht vollständig von der Naphthalin-Belastung befreit werden kann.

Einige Stadtratsmitglieder erwägen zudem die Nutzung von Containern als alternative Unterrichtsräume, um die beengten Verhältnisse im Altbau zu entlasten. Diese Idee wird jedoch kontrovers diskutiert, da sie keine dauerhafte Lösung für die strukturellen Probleme der Schule bietet.

Ausblick und nächste Schritte

Die Debatte im Stadtrat Köthen zeigt, dass die Situation an der Wolfgang-Ratke-Schule dringend einer klaren Entscheidung bedarf. Die vorgeschlagenen Lüfter könnten eine kurzfristige Entlastung bringen, während der Neubau die langfristige Perspektive bleibt. In den kommenden Wochen wird der Stadtrat die verschiedenen Optionen abwägen und hoffentlich einen Weg finden, der sowohl die Sicherheit der Schüler gewährleistet als auch den Schulbetrieb nachhaltig verbessert.

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