Regionale Schule Ueckermünde wird zur barrierefreien Inklusionsschule
Die Regionale Schule „Ehm Welk“ in Ueckermünde befindet sich in einem umfangreichen Umbauprozess, der das Gebäude zu einer weitgehend barrierefreien Inklusionsschule machen soll. Mit einem Investitionsvolumen von rund 5 Millionen Euro werden umfassende bauliche Maßnahmen realisiert, um Schülerinnen und Schülern mit den Förderschwerpunkten Sehen, Hören und körperlich-motorische Entwicklung einen uneingeschränkten Zugang zum Schulalltag zu ermöglichen. Schulleiterin Karin Bannert hat bereits ihr Büro geräumt, um Platz für den geplanten Außenfahrstuhl zu schaffen, der künftig den Zugang zum Untergeschoss ermöglichen wird.
Bauliche Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit
Im Zentrum der Umbauarbeiten stehen zwei Fahrstühle und ein Treppenlift, die Schüler mit Gehbehinderungen und Rollstuhlfahrern den Zugang zu allen Schulräumen erleichtern sollen. Bauamtsleiter Sven Behnke erklärt, dass die Arbeiten für den Fahrstuhl im Hauptgebäude an der Ueckerstraße frühestens Anfang März beginnen können, sobald die Temperaturen dauerhaft mindestens 5 Grad erreichen. Zuvor hatten Verzögerungen durch einen Nachbarschaftsstreit und lange Bearbeitungszeiten bei Prüfstatikern und Brandschutzplanern den Baustart erschwert.
Im neuen Verbinderbau zwischen den beiden neueren Schulgebäuden ist bereits ein Fahrstuhl erkennbar, der jedoch noch nicht in Betrieb genommen werden kann. In diesem Gebäude müssen noch zahlreiche Arbeiten für Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro sowie für Fliesen, Estrich und Putz abgeschlossen werden. Der Treppenlift im historischen Gebäude der ehemaligen Goetheschule kann hingegen bereits genutzt werden, ermöglicht Rollstuhlfahrern jedoch nur den Zugang zum Erdgeschoss.
Taktile Leitsysteme für sehbehinderte Schüler
Ein besonderer Fokus liegt auf der Unterstützung sehbehinderter und blinder Schüler. In der Goetheschule werden Markierungen auf den Boden geklebt, die ein taktiles Leitsystem bilden und die Orientierung mit Blindenstöcken erleichtern. Bauamtsleiter Behnke betont, dass dieses System auch in den Sanitärräumen Anwendung findet, wo spezielle Fliesen den Weg zu Toilettenkabinen und Waschbecken weisen. Zusätzlich werden alle Räume für Menschen mit Behinderungen beschildert, um eine einfache Navigation zu gewährleisten.
Die Flure der Goetheschule sind bereits farblich nach Vorgaben der Denkmalpflege gestaltet, während die Bodenmarkierungen in Kürze angebracht werden. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass sich alle Schüler sicher und selbstständig im Schulgebäude bewegen können.
Weitere Verbesserungen und geplante Fertigstellung
Neben den Fahrstühlen und Leitsystemen werden im Hauptgebäude neue Sanitäranlagen eingebaut, Fliesen verlegt und Innenanstriche vorgenommen. Auf dem Schulgelände entstehen vor der Sporthalle fünf Behindertenparkplätze, die die Anreise für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen erleichtern sollen. Der neue Verbinderbau wird zudem WC-Anlagen für die Häuser 2 und 3 bereitstellen, während im Haupthaus künftig Toiletten und Behindertentoiletten im Untergeschoss verfügbar sein werden.
Bauamtsleiter Behnke peilt aktuell ein Bauende bis zum 30. Juni an. Nach Abschluss der Arbeiten werden die beiden neueren Schulgebäude (Haus 2 und 3) komplett barrierefrei sein, während im Hauptgebäude (Haus 1) nur das Dachgeschoss nicht zugänglich ist. In der Goetheschule (Haus 4) ist Barrierefreiheit lediglich im etwas höher gelegenen Erdgeschoss gegeben. Diese umfassenden Umbauten markieren einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiven Bildungsumgebung in Ueckermünde.



