Sachsen-Anhalt: Bildungsminister Riedel appelliert erneut an freiwillige Lehrkräfte-Mehrstunden
Riedel bittet Lehrkräfte erneut um freiwillige Zusatzstunden

Sachsen-Anhalt setzt weiter auf freiwillige Mehrarbeit von Lehrkräften

Im anhaltenden Kampf gegen den akuten Lehrkräftemangel greift Sachsen-Anhalts Bildungsminister Jan Riedel (CDU) erneut zu einem bewährten Mittel: dem Appell an die Freiwilligkeit der Pädagogen. Für das kommende Schuljahr bittet der Minister die Lehrkräfte des Landes um freiwillige Zusatzstunden, um die Unterrichtsversorgung möglichst umfassend abdecken zu können.

Freiwillige Aufstockung und flexible Vergütungsmodelle

Wer in Teilzeit beschäftigt ist, soll in Absprache mit der Schulleitung seine Wochenstunden erhöhen, erklärte Riedel in einer aktuellen Stellungnahme. Die Schulleitungen werden in den nächsten Tagen gezielt auf ihre Kolleginnen und Kollegen zugehen, um für bis zu vier zusätzliche Unterrichtsstunden zu werben. Diese Mehrarbeit kann entweder monatlich vergütet oder als wertvolles Zeitguthaben angespart werden – ein flexibles Modell, das bereits im laufenden Schuljahr Wirkung zeigte.

Dank des Engagements der Lehrkräfte konnte die Unterrichtsversorgung im aktuellen Schuljahr von ursprünglich prognostizierten 91,5 Prozent auf beachtliche 93,7 Prozent angehoben werden, betonte der Bildungsminister. Dieser Erfolg soll nun fortgeführt werden, um die Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt zu sichern.

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Schulformübergreifender Einsatz und Entlastung für erfahrene Pädagogen

Riedel warb zudem für einen schulformübergreifenden Einsatz von Lehrkräften. An Gymnasien sei die Personalsituation oft deutlich besser als an Sekundar- und Förderschulen in derselben Region. Es gelte, das vorhandene Arbeitsvermögen gerechter zu verteilen, um ein faires und gleichwertiges Bildungsangebot für alle Schüler zu gewährleisten.

Um erfahrene Lehrkräfte länger im System zu halten, wird ab dem kommenden Jahr die Altersermäßigung bei den Unterrichtsstunden deutlich ausgeweitet:

  • Ab dem 60. Lebensjahr: eine Stunde weniger Unterricht
  • Ab dem 62. Lebensjahr: zwei Stunden weniger Unterricht
  • Ab dem 65. Lebensjahr: drei Stunden weniger Unterricht

Bisher standen Lehrkräften erst ab dem 62. Lebensjahr zwei Entlastungsstunden zu. Diese Maßnahme zielt darauf ab, dem vorzeitigen Ausscheiden zahlreicher Pädagogen entgegenzuwirken, die die Regelaltersgrenze erreichen oder vorgezogene Altersrenten beanspruchen könnten.

Licht am Horizont: sinkende Schülerzahlen

Bildungsminister Riedel blickte auch über die unmittelbaren Herausforderungen hinaus. Die Schülerzahlen gehen schneller zurück als bisher angenommen, beginnend an den Grundschulen. Bis Ende der 2020er- bzw. Anfang der 2030er-Jahre rechnet der Minister mit spürbaren Verbesserungen der Personalsituation.

„Dann können wir endlich wieder Diskussionen über die Qualität der Bildung führen, statt nur über die Quantität des Personals“, so Riedel. Die Zeit bis dahin beschrieb er als „harte Jahre“, in denen das Land auf das zusätzliche Engagement der vorhandenen Lehrkräfte angewiesen sei. Der Minister dankte ausdrücklich allen Pädagogen, die durch ihre freiwillige Mehrarbeit dazu beitragen, dass der Schulbetrieb in Sachsen-Anhalt trotz schwieriger Rahmenbedingungen aufrechterhalten werden kann.

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