Schüler tauchen in die Welt des traditionellen Handwerks ein
In Neustadt-Glewe erleben Achtklässler der Karl-Scharfenberg-Schule bei speziellen Werkstatttagen die faszinierende Vielfalt traditioneller Handwerksberufe. Organisiert von der Firma Steffen Huber, die seit fünf Jahren diese praxisnahen Projekte anbietet, können die Jugendlichen unter Anleitung erfahrener Handwerker aus der Region verschiedene Techniken selbst ausprobieren.
Vom Papierschöpfen bis zum Löten: Praktische Einblicke
Mit konzentriertem Schwung taucht Yryna das Sieb in den mit Wasser gefüllten Eimer. Nach einigem Schütteln entsteht auf dem Sieb eine feine Schicht, die nach dem Trocknen und Pressen zu einem stabilen Blatt Papier wird. Unter fachkundiger Anleitung von Daniel Kliewe von der Firma Neu Kaliß Spezialpapier lernen die Schüler diese alte Handwerkstechnik kennen.
Bei Heizungsbauermeister Daniel Ockert aus Brüel steht das Löten im Mittelpunkt. Die Jugendlichen fertigen unter seiner Aufsicht einen Kerzenständer aus Kupferrohren und Formstücken. „Dabei handelt es sich um eine traditionelle Art der Verarbeitung. Die Schüler sehen, wie sich die Teile miteinander verbinden. Das ist für viele faszinierend“, erklärt der Handwerker, der auch als Obermeister der Heizung-Sanitär-und Klima-Innung für Parchim und Ludwigslust tätig ist.
Moderne Technik trifft auf traditionelles Handwerk
Neben klassischen Handwerkstechniken kommen auch moderne Technologien zum Einsatz. Philipp Köhn von der Firma Steffen Huber zeigt den Schülern, wie mit einer speziellen Drohne Dachflächen vermessen werden können. Diese innovative Methode revolutioniert die Arbeitsweise im Bauhandwerk und bietet den Jugendlichen einen Einblick in zukunftsorientierte Berufsfelder.
Elektromeister Gerald Lietzow unterstützt die Schüler beim Bau von Vogelhäuschen mit Solarleuchten. „Ich arbeite gerne mit Jugendlichen zusammen und es ist mir natürlich auch wichtig, mein Wissen weiterzugeben“, betont der erfahrene Handwerker.
Berufsorientierung mit praktischem Nutzen
Lehrer Olaf Steidl, der an der Schule für die Berufsorientierung zuständig ist, zeigt sich begeistert von dem Projekt: „Als Herr Huber damals mit dieser Idee auf uns zukam, haben wir natürlich freudestrahlend angenommen. Leider ist der Anteil der praktischen Arbeit in der Schule zurückgegangen. Deswegen ist es toll, dass unsere Schüler hier etwas mit ihren Händen schaffen können.“
Die praktischen Erfahrungen hinterlassen bei den Schülern bleibende Eindrücke. Der 14-jährige Tobey, der zum ersten Mal gelötet hat, erklärt: „Es hat direkt ganz gut geklappt. Ich arbeite gerne mit meinen Händen und bin gerne draußen unterwegs. Daher kann ich mir auch vorstellen, nach der Schule bei meinem Papa eine Lehre als Maurer zu machen.“
Auch Schülerinnen wie Zoe, Feenja und Shabnam, die sich nach ihrem Schulabschluss eher im sozialen Bereich sehen, schätzen die Abwechslung: „Es war trotzdem cool, mal etwas zu bauen und einen anderen Schultag zu erleben“, so die 13-jährige Zoe.
Die Werkstatttage in Neustadt-Glewe verbinden erfolgreich traditionelles Handwerk mit modernen Technologien und bieten den Schülern wertvolle Einblicke in verschiedene Berufsfelder. Durch die direkte Zusammenarbeit mit erfahrenen Handwerkern aus der Region entstehen nicht nur praktische Werkstücke, sondern auch nachhaltige Impulse für die berufliche Zukunft der Jugendlichen.



